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Politik

Fragen und Antworten zum bundesweiten Warntag

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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FAQ

Stand: 10.09.2026 • 09:24 Uhr

Sirenen heulen, Mobiltelefone schrillen, Digitalradios schalten sich von selbst sein – zum sechsten Mal findet heute ab 11 Uhr der bundesweite Warntag statt. Was gibt es zu beachten? Eine Übersicht zu den wichtigsten Fragen.

Wer nimmt am Warntag teil?

Heute um 11 Uhr lösen Bund und Länder probeweise ihre Katastrophenwarnsysteme aus, auch Kommunen können sich beteiligen. Die Teilnahme am Warntag ist freiwillig. Es kann also sein, dass Kommunen zwar über Sirenen verfügen, diese aber nicht auslösen – oder dass es keine Sirene in der Nähe gibt.

Wer löst die Warnung aus?

Das passiert zentral, über das Modulare Warnsystem des Bundes. Das ist ein öffentliches Warn- und Kommunikationssystem für den Notfall, das vor allem auf die Datenübertragung per Satellit setzt, zur Sicherheit aber auch über Kabel. Daneben können Kommunen eigene Warnkanäle testen.

Warum gibt es den Warntag?

Um zu testen, ob die Behörden die Bevölkerung im Notfall gut erreichen. Das kann nötig werden bei Naturkatastrophen, wenn Deutschland ein militärischer Angriff droht oder die Bundesrepublik tatsächlich angegriffen wird.

Zudem soll laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) der Warntag das Bewusstsein der Bevölkerung für Warnungen stärken. Wenn Abläufe und Warnwege bekannt sind, falle es im Ernstfall leichter, richtig und schnell zu reagieren. Erstmals gab es den Warntag am 10. September 2020. Grundlage dafür war ein Beschluss der Innenministerkonferenz.

Das BBK führt Umfragen zum Warntag durch, um zu ermitteln, inwieweit das funktioniert. Im vergangenen Jahr wurden demnach nahezu 100 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer über mindestens einen Warnkanal erreicht.

Welche Warnwege gibt es?

Der Alarm wird über Sirenen, digitale Anzeigetafeln, Apps auf dem Handy, den UKW-Rundfunk, das Digitalradio und die Technologie Cell Broadcast verbreitet. Daneben können auch Lautsprecherwagen auf den Alarm hinweisen. Ob das passiert, ist Entscheidung der Kommunen.

Welche Sirenensignale gibt es?

Ein an- und abschwellender Sirenen-Heulton bedeutet Warnung. Ein heulender Dauerton signalisiert das Ende des Probealarms beziehungsweise im Ernstfall, dass die Gefahr vorbei ist.

Wie funktioniert Cell Broadcast?

Bei Cell Broadcast geht die Warnung an alle dafür vorbereiteten Handys in einer bestimmten Funkzelle. Damit werden auch Touristen und andere Menschen mit ausländischen Mobilfunknummern erreicht, die sich gerade in Deutschland aufhalten. Das Verfahren ist – anders als etwa ein Versand per SMS – laut BBK anonym; Mobilfunknummern oder andere Daten der Empfänger müssen nicht bekannt sein.

Ältere Geräte können Cell-Broadcast-Nachrichten jedoch zum Teil nicht empfangen. Auch im Flugmodus werden diese nicht angezeigt. Das BBK bietet auf seiner Internetseite eine Übersicht der geeigneten Gerätä an.

Was ist in diesem Jahr anders?

In diesem Jahr werden über Cell Broadcast erstmals auch Entwarnungen verschickt. Das funktioniert laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) seit Ende November vergangenen Jahres.

Außerdem wird in diesem Jahr auch über das Digitalradionetz DAB+ gewarnt. Der Automatic Safety Alert soll Hörerinnen und Hörer auch dann erreichen, wenn Mobilfunk und Internet nicht funktionieren – und dazu bei Bedarf auch Radios im Standby-Betrieb anschalten. Das System soll ab diesem Monat eingeführt werden.

Was können die Menschen selbst tun?

Wenn man Warnungen erhalten will, ob Probealarme oder im Ernstfall, sollte das Handy eingeschaltet sein und sich nicht im Flugmodus befinden. Zudem rät die Bundesregierung dazu, das Betriebssystem aktuell zu halten. Daneben gibt es spezielle Warn-Apps wie Nina. Dabei ist es wichtig, einen Ort anzugeben, zu dem man Hinweise erhalten will. Das können auch Hinweise zu ganz lokalen Vorfällen wie Bränden sein.

Mit Material von AFP und dpa

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