Funde wegen NiedrigwasserSoldatengebeine und Kriegsausrüstung in Donau entdeckt
Die Donau führt stellenweise so wenig Wasser wie nie zuvor. Das bringt unter anderem Kriegstote zum Vorschein: In Budapest werden die Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten entdeckt. Die beiden Gefallenen können auch nach 80 Jahren noch identifiziert werden.
Das Niedrigwasser der Donau hat in Budapest die Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten, ein Motorrad und Tellerminen freigegeben. Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hätten die Gebeine der Soldaten exhumiert, teilte der Volksbund mit. Wegen der entdeckten 35 Tellerminen zur Panzerabwehr sei auch der Kampfmittelräumdienst im Einsatz gewesen.
Auch zwei Erkennungsmarken wurden bei den Toten gefunden. Nach Angaben der Kriegsgräberfürsorge waren die zweiteiligen Marken noch vollständig – was darauf hindeutet, dass die Familien der beiden Soldaten bislang keine Gewissheit über deren Schicksal haben könnten. Üblicherweise sei im Todesfall eine Hälfte der Erkennungsmarke bei dem Soldaten belassen und die andere an die zuständigen Militärstellen geschickt worden, die die Benachrichtigung der Angehörigen regelten. Das Motorrad und die Erkennungsmarken seien gut erhalten, weil der Hafenschlamm mit Gasöl vermischt sei.
„Die Familien dieser Toten warteten offenbar vergeblich auf offizielle Nachricht“, erklärte der Verband, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote sucht und bestattet. Die aus der Donau geborgenen Toten sollen auf der Kriegsgräberstätte Budaörs bei Budapest beerdigt werden.
Hitze und Trockenheit in den vergangenen Wochen haben zu einem Rekord-Tiefstand der Donau geführt. Dieser hat auch den Verkehr der Flusskreuzfahrtschiffe auf dem Budapester Abschnitt des Stromes zum Erliegen gebracht. „Der Volksbund rechnet damit, dass auch aus Schiffswracks, die derzeit aus Flüssen auftauchen, Kriegstote zu bergen sein könnten“, heißt es in einer Mitteilung.
Schätzungen zufolge starben im Zweiten Weltkrieg mehr als 70 Millionen Zivilisten und Soldaten, unzählige Schicksale sind ungeklärt. Allein in der Datenbank der Kriegsgräberfürsorge finden sich etwa 5,4 Millionen Einträge zu Kriegstoten und Vermissten. Die zentrale Namenskartei des Deutschen Roten Kreuzes zu Weltkriegs-Vermissten enthält Angaben zu mehr als 20 Millionen Suchanfragen. Bis heute dauert die Suche nach Verschollenen an, immer wieder werden noch Kriegstote entdeckt. Die Kriegsgräberfürsorge bettete nach eigenen Angaben allein im vergangenen Jahr mehr als 5500 im Ausland gefundene Kriegstote um.
