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Startseite»Politik»Fußball-WM: Von der FIFA angekündigter Fan-Boom bleibt in den USA aus
Politik

Fußball-WM: Von der FIFA angekündigter Fan-Boom bleibt in den USA aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.06.2026 • 16:58 Uhr

Vor dem Turnier hatte die FIFA den amerikanischen Städten einen Boom versprochen. Touristen aus aller Welt sollen Hotels und Kneipen einen warmen WM-Regen bescheren. Doch die Rechnung geht bislang nicht auf.

Samuel Jackisch

Eins zu null für Brasilien gegen Haiti und das Stadion in Philadelphia feiert. Gesungen wird auf Portugiesisch und Kreol, aber wer die in Gelb oder Blau eingehüllten Fans vor dem Stadion fragt, wo sie eigentlich herkommen, der bekommt meistens die Antwort: „I’m from New York“.

Denn aus Haiti selbst in die USA einzureisen, ist faktisch gerade unmöglich. Und die horrenden Ticketpreise schrecken auch die reisefreudigen Brasilianerinnen und Brasilianer ab, wenn sie nicht gerade bereit sind, für ein Fußballticket mal eine Hypothekenrate auszusetzen.

FIFA hatte einen Touristenanteil von 60 Prozent versprochen

Die WM in den USA zu besuchen ist teuer. Und deshalb kommen vor allem inländische Fans. Dabei hatte die FIFA der lokalen Gastwirtschaft einen Touristenanteil von 60 Prozent versprochen, erzählt Daniel McLoughlin. Ihm gehört das Restaurant „Mission Taqueria“ in Downtown Philadelphia, gleich um die Ecke vom brasilianischen Mannschaftshotel.

Die Menschen, die bei ihm Fußball schauen, kämen aus dem Inland, sagt McLoughlin. Internationale Präsenz habe er kaum bemerkt. Und auch von den anderen Gastronomen in Philadelphia erlebe niemand einen riesigen Andrang.

500.000 Besucher sollten nach Philadelphia kommen

Auch die Hotels in Philadelphia haben ihre Prognosen nach unten korrigiert. Denn wer aus New Jersey anreist, statt aus Rio de Janeiro, der bleibt kürzer. Dabei hatte die FIFA den Gastgeberstädten einen Boom versprochen: 500.000 Besucherinnen und Besucher sowie 770 Millionen Dollar WM-Umsatz, allein für Philadelphia.

„Schon vor einem Jahr hat man uns gesagt, wir sollten Personal aufstocken“, erzählt McLoughlin. Man habe ihnen den Eindruck vermittelt, als würde das eine große Sache. Doch bislang habe es weder auf der Straße noch wirtschaftlich, also finanziell, große Auswirkung auf das Geschäft.

Ein Grund ist auch Trumps Einreisepolitik

Ausnahmen gibt es allerdings: Wer eine Sports Bar betreibt, statt eines Taco-Restaurants, der macht gerade ein gutes Geschäft. Und WM-Städte wie Dallas oder Kansas City, in die sich normalerweise nur wenige Touristen verirren, freuen sich über Zehntausende Besucherinnen und Besucher.

Doch in Hotspots wie Boston, New York oder Philadelphia hatte man sich mehr erhofft, berichtet auch Ben Felaccia vom Branchenverband Pennsylvania Restaurant & Lodging Organization. Für die schwachen Übernachtungszahlen macht er auch die Einreisepolitik der aktuellen US-Regierung verantwortlich.

„Das ist definitiv ein Grund, warum wir nicht die hohen Besucherzahlen erreichen, auf die wir gehofft hatten“. Auch die landesweiten Verbände würden darauf hinweisen, dass nicht alle Besucher aus allen Ländern kämen, auf die sie gehofft hatten, sagt Felaccia. Das trage dazu bei, dass die ursprünglichen Zahlen nicht erreicht würden.

Die Fußball-WM in den USA ist für die lokale Wirtschaft in den Gastgeberstädten wie Philadelphia bisher noch kein Volltreffer. Entgegen der vollmundigen Versprechen der FIFA.

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