Gewalttat am Bahnhof ZooPolizei ermittelt Verdächtigen nach tödlichen Schüssen in Berlin
In Berlin wird Sonntagnacht am Bahnhof Zoo ein 30-jähriger Mann erschossen. Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen für die Tat im Visier. Im Ortsteil Friedrichshain wird eine Wohnung durchsucht.
Nach tödlichen Schüssen am Bahnhof Zoo in Berlin haben die Ermittler einen Verdächtigen ermittelt. Die Fahndung nach dem Mann läuft auf Hochtouren. Laut „B.Z.“ wurde in Friedrichshain in dem Zusammenhang am Montagabend eine Wohnung durchsucht. Dabei seien Beweismittel sichergestellt sowie ein hochwertiges Auto beschlagnahmt worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte dies nicht kommentieren.
Sonntagnacht war ein 30-Jähriger vor dem Bahnhofsgebäude erschossen worden. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung, soll es sich bei dem Opfer um Clan-Mitglied Kamel C. handeln. Nach bisherigen Erkenntnissen waren zunächst mehrere Menschen in einen Streit geraten, bevor aus der Gruppe heraus Schüsse fielen.
Die Ermittler suchen nach einer tatverdächtigen Person, die mit einem Fahrzeug vom Tatort flüchtete. Eine Mordkommission des Landeskriminalamtes ermittelt in dem Fall. Polizei und Staatsanwaltschaft haben einen Zeugenaufruf gestartet und bitten um Hinweise.
Vor welchem Hintergrund der Streit eskalierte, ist bislang öffentlich nicht bekannt. Ermittler vermuten einen Zusammenhang zu kriminellen Clans. Der getötete Mann stammt aus einer arabischen Großfamilie, die ursprünglich aus dem Libanon stammt. Laut „B.Z.“ versammelten sich am Dienstag Angehörige und Freunde des Opfers zu einer Trauerfeier in einer Moschee in Neukölln.
In Berlin häufen sich seit einiger Zeit die Vorfälle mit Schusswaffen. Erst am frühen Sonntagmorgen hatten Unbekannte auf die Scheibe einer Gaststätte in Neukölln geschossen. Außerdem wurde ein Friseurladen in Marzahn-Hellersdorf beschossen, auch an einem benachbarten Nachtclub stellten Polizisten mindestens ein Einschussloch fest.
Am Freitagabend hatte ein bislang unbekannter Täter im Kreuzberger Graefekiez auf einen 22-Jährigen gefeuert. Er wurde notoperiert und überlebte. Am Wochenende zuvor war ein 38-Jähriger in Schöneberg angeschossen worden. Wegen der zunehmenden Schusswaffengewalt hat das Berliner Landeskriminalamt im vergangenen Herbst die Sondereinheit „Ferrum“ gegründet.
