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Politik

Grüne in MV machen Weg frei für Koalitionsverhandlungen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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AUDIO: NDR Info Nachrichten (4 Min)

Stand: 10.10.2026 16:21 Uhr

Auf einem kleinen Parteitag haben die Delegierten von Bündnis90/Die Grünen geschlossen für Verhandlungen mit SPD und Linken gestimmt. Diese sollen damit am Montag starten.

von Carolin Kock

„Jetzt beginnt die Arbeit, für die die Grünen gewählt wurden“, erklärte die neue Fraktionsvorsitzende Claudia Müller den Delegierten und warb um ihre Zustimmung, mit SPD und Linken über eine mögliche Koalition verhandeln zu können. Die Sondierungsgespräche seien intensiv gewesen, man habe dabei auch gemeinsam nach hinten geschaut: „Und ja, wir haben auch gemeinsam über Russland und Nord Stream gesprochen. Man kann sagen, wir haben uns ausgesprochen. In der Gruppe, aber auch ganz persönlich.“, sagte Claudia Müller. Das sei eine wichtige Grundlage gewesen, für sie sei das Thema damit beendet.

Müller: „Rechtsextremismus größte Gefahr für Demokratie“

Die Partei müsse nun in unsicheren Zeiten Verantwortung übernehmen, auch für die Menschen im Land, die nicht SPD, Linke oder die Grünen gewählt haben, so Claudia Müller. Viele würden sich fragen, ob der Staat für sie noch funktioniere, deshalb gehe es jetzt nicht darum, was jede Partei bei den Verhandlungen raushole, sondern was das Land brauche. Rechtsextremismus sei dabei das größte Problem für die Demokratie. In einer gemeinsamen Erklärung hatten die Verhandlungsparteien gestern angekündigt, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu rechtsextremen Netzwerken im Land einrichten zu wollen.

Sorge um Verlust „grüner“ Themen

Mit Blick auf das Sondierungspapier äußerten einige Parteimitglieder die Sorge, dass angesichts einer klammen Landeskasse nicht genug Geld da sein könnte für grüne Projekte. Auch ein Untersuchungsausschuss sei teuer. Anderen Mitgliedern fehlen bisher Vorschläge und Konzepte zum Thema Migration, sowie ein klares Bekenntnis zum Ausbau von erneuerbaren Energien. Eine Teilnehmerin erklärte auch, dass man Vertrauen von Wählerinnen und Wählern breche, wenn man nicht in eine Koalition gehe. Es sei ein Wahlversprechen der Grünen gewesen, eine stabile demokratische Mehrheit zu bilden. Der Antrag des Landesvorstandes für Koalitionsverhandlungen wurde schließlich von den 24 Delegierten einstimmig angenommen.

SPD und Linke stimmten Freitagabend für Verhandlungen

Damit haben auch die Bündnisgrünen den Weg für Koalitionsverhandlungen frei gemacht. Am Freitagabend hatten bereits die Landesvorstände von SPD und Linken dafür gestimmt. Die Verhandlungsteilnehmer aller drei Parteien machten deutlich, dass man nicht nur ein Bündnis aus drei Parteien sein wolle, sondern eine Koalition für alle Menschen im Land. Die Koalitionsverhandlungen sollen am Montagvormittag im Schweriner Schloss beginnen.

Manuela Schwesig

Als letzter potenzieller Partner stimmen heute die Grünen auf einem Kleinen Parteitag über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen ab.

Der leere Plenarsaal des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern im Schweriner Schloss. (Themenbild)

Die AfD ist deutlich größer als zuvor. Auch bei Alter, Berufen und den politischen Einflussmöglichkeiten gibt es Veränderungen.

Ein Wahlschein wird in Wahlurne gesteckt

Die AfD hat die meisten Stimmen bekommen. Warum sie trotzdem einen Koalitionspartner braucht und was jetzt passiert.

Ein Mann sitzt mit aufgesetzten Kopfhörern vor einem Laptop, der die Website von Google zeigt

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