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Startseite»Politik»Hitzeresistente Häuser: Wie ein Architekt gegen die Hitze kämpft
Politik

Hitzeresistente Häuser: Wie ein Architekt gegen die Hitze kämpft

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 27, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 27.06.2026 • 11:47 Uhr

Architekt Francis Kéré zeigt in Dakar, wie nachhaltige Architektur mit lokalen Materialien und natürlicher Belüftung für Kühlung sorgt. Traditionelle Bauweisen gelten als wegweisend im Kampf gegen Hitze.

Karin Bensch

Dieses Haus kann Hitze aushalten, denn es kühlt sich selbst: Das neue Gebäude des Goethe-Instituts in Dakar, der Hauptstadt des Senegal, wurde erst vor Kurzem eröffnet. Es ist ein nachhaltiges Gebäude mitten in der Stadt, das nahezu ohne Klimaanlage auskommt, erklärt Leiterin Stefanie Peter. Das liege an bestimmte Materialien, die zum Einsatz kommen. In diesem Fall seien das Lehmziegel. „Die sind durchlässig und gleichzeitig ein lokales Material, was die Tendenz hat zu kühlen.“

Natürliche Klimaanlage durch Lücken im Mauerwerk

Kühlung ist wichtig im Senegal. Das westafrikanische Land gehört zu den heißesten auf dem afrikanischen Kontinent – mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von gut 29 Grad.

Im Obergeschoss des Goethe-Instituts sind zwischen den einzelnen, rostroten Lehmziegeln bewusst Zwischenräume gelassen worden, damit Wind durchströmen kann. Wenn die Sonne brennt und die Luftfeuchtigkeit hoch ist, garantiert diese Bauweise eine gute Luftzirkulation und sorgt für natürliche Kühlung.

Die Ziegel stammen aus der Region, die absichtlich gesetzten Lücken im Mauerwerk sorgen für reichlich Belüftung.

Umweltfreundliches Material

Entworfen hat das Gebäude der Architekt Francis Kéré. Er stammt aus Burkina Faso, lebt in Deutschland und ist bekannt für seinen nachhaltigen Ansatz. „Ich denke beim Bauen auch immer an den CO2-Fußabdruck. Ich entscheide mich dann immer für das Material, das dann am umweltfreundlichsten ist“, erklärt Kéré seinen Ansatz.

Der Architekt hat auch auf der anderen Seite des Kontinents – in Ostafrika – ein imposantes Gebäude entworfen. Es befindet sich im Norden Kenias, in Turkana, eine heiße und trockene Region.

Architekt Francis Kéré aus Burkina Faso, lebt in Deutschland, ist bekannt für seinen nachhaltigen Ansatz beim Gebäudebau.

Vorbilder aus der Natur nachgebaut

Das rötlich-sandfarbene Haus erinnert an einen Termitenhügel. Und genau das ist das Konzept: Auf dem Haus stehen mehrere Türme, durch die ein natürlicher Luftzug geht. Heiße Luft entweicht nach oben. Kühle Luft strömt von unten nach – durch Schlitze unterhalb der Fenster. Dadurch kühlt sich auch dieses Haus selbst.

Die Fenster sind abgeschattet mit Matten aus Papyrus, einem Naturmaterial, das in der Region wächst. Das Haus ist eine Computerschule. Seit zwölf Jahren werden hier junge Leute im IT-Bereich ausgebildet. In einem nachhaltigen Gebäude – mitten in der Wüste.

Traditionelle Bauweisen sind die Zukunft

Winston Chow ist Professor für städtisches Klima an der Singapur Management University. In seinen Forschungen geht es darum, wie sich die städtischen Klimarisiken verändern. In dieser Woche war er zu Gast bei einer internationalen Konferenz über grüne Städte der Zukunft bei den Vereinten Nationen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

„Wissen über traditionelle Bauweisen ist hilfreich. Es zeigt den Architekten und Stadtplanern von heute, wie sie die Belastung durch klimatische Einflüsse verringern können“, sagt Chow.

Hitzeresistente Häuser – das ist die Zukunft, meint Winston Chow. Die Folgen des Klimawandels verändern die Architektur. In einigen afrikanischen Ländern sorgen solche bioklimatischen Gebäude schon jetzt für Kühlung.

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