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Startseite»Nachrichten»Home Speaker ausprobiert: Googles platte KI-Kugel trifft fast ins Schwarze
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Home Speaker ausprobiert: Googles platte KI-Kugel trifft fast ins Schwarze

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 11, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Home Speaker ausprobiertGoogles platte KI-Kugel trifft fast ins Schwarze

10.08.2026, 18:06 Uhr Von Klaus Wedekind
Google Home Speaker Test (2 von 5)
Der Leuchtring zeigt an, dass Gemini aktiv ist. (Foto: kwe)

Der neue Google Home Speaker ist das perfekte Gerät, um mit der Gemini-KI im Live-Modus zu plaudern. Auch als Lautsprecher macht er sich trotz seiner kompakten Größe recht gut. Alte Probleme im Smarthome kann er aber – vorerst – auch nicht lösen.

Sechs Jahre nachdem Google mit dem Nest Audio den smarten Home-Lautsprecher abgelöst hatte, bringt es jetzt wieder einen Home Speaker auf den Markt. Angesichts der enormen Preissteigerungen speziell in jüngster Zeit, ist das Gerät für knapp 120 Euro relativ günstig zu haben. Google möchte am Verkauf der Hardware vermutlich auch gar nicht viel verdienen. Es geht dem US-Konzern wahrscheinlich vor allem darum, seinen neuen KI-Assistenten Gemini in die Haushalte zu bringen.

Klingt gut für seine Größe

Was die Hardware betrifft, hat Google gute Arbeit geleistet. Der knapp 400 Gramm schwere Lautsprecher ist mit 86,6 x 107 Millimeter sehr kompakt, bietet aber einen recht großen Klang, den ein 58-Millimeter-Treiber rundherum abstrahlt. Die Bässe haben zwar wenig überraschend kaum Tiefgang, sind aber präsent. Kombiniert mit starken, wohl definierten Mitten und klaren Höhen ist der Google Home Speaker in der Lage, kleinere bis mittelgroße Räume zu beschallen.

Google Home Speaker Test (4 von 5)
Die Punkte zeigen die Lautstärkeregelung an, dazwischen ist die Start-Pause-Touchfläche. (Foto: kwe)

Auf der Oberseite versteckt sich unter der Gewebebespannung eine einfache Touchsteuerung, über die man die Lautstärke regeln und die Wiedergabe unterbrechen kann. Im Sockel befindet sich ein Leuchtring, der bunt pulsiert, wenn Gemini aktiv ist. Schaltet man die drei Fernfeld-Mikrofone über einen Schalter an der Unterseite des Lautsprechers aus, leuchtet er dauerhaft orange.

Plaudertasche Gemini Live

Das USB-C-Kabel zur Stromversorgung ist leider fest mit dem Gerät verbunden. Bricht es, gibt es „offiziell keine Möglichkeit, es zu ersetzen“, wie Gemini eine entsprechende Frage beantwortete. Bei einem Defekt müsse man wohl das Gerät austauschen.

Google Home Speaker Test (3 von 5)
Der Lautsprecher zeigt deutlich an, wenn die Mikrofone stummgeschaltet sind. (Foto: kwe)

Der neue Assistent beantwortete aber nicht nur die Frage, sondern versuchte weiter zu plaudern und ein Gespräch in Gang zu bringen. Natürlich geführte, fortlaufende Dialoge mit „Gemini Live“ sind einerseits der große Vorteil gegenüber den alten Google-Assistenten, es kann aber auch nervig sein. Dies gilt besonders für die Fälle, in denen Gemini übers Ziel hinausschießt und einem einfach ins Wort fällt.

Beispiel: ntv.de wollte fragen, wann man bei einer Guacamole die Tomatenstücke am besten hinzufügt. Sobald Gemini aber das Wort „Guacamole“ hörte, erklärte es unaufgefordert, worum es sich dabei handelt und welche Zutaten hineingehören oder zusätzlich möglich sind. Die Aufforderung, einen künftig ausreden zu lassen, wurde zwar bejaht, aber gleich bei der nächsten Frage erneut ignoriert. Ebenso nerven die ständigen Lobe für noch so banale Dinge. Selbst einen positiven Kommentar zur unterbrochenen Musik kann sich Gemini nach einer beantworteten Frage nicht verkneifen.

Google Home Speaker Test (1 von 5)
Größenvergleich mit einem Google Pixel 10 Pro XL (Foto: kwe)

Die übereilten Antworten sind vielleicht ein Resultat des Prozessors, der für die schnelle Sprachverarbeitung auf dem Gerät einen eigenen neuronalen Prozessor (NPU) hat. Stellt man sich darauf ein, ist es beeindruckend, wie gut man sich mit dem KI-Assistenten unterhalten und beispielsweise ein Menü planen kann.

Ohne Abo auch nur Alltagskost

Um Gemini Live zu nutzen, ist allerdings nicht unbedingt der Home Speaker nötig, einige ältere Nest-Geräte erhalten die Funktion ebenfalls über ein Update. Außerdem möchte Google dafür nach einem halben Jahr 10 Euro monatlich oder 100 Euro pro Jahr haben. Wer sich das sparen möchte: Mehrstufige Gespräche mit Anschlussfragen sind ebenso mit dem kostenlosen Gemini möglich. Entsprechende Updates erhalten auch Drittanbieter-Geräte.

Was den Neuling zusätzlich interessant macht, ist, dass er als zentrale Steuereinheit Geräte verschiedener Hersteller über den offenen Standard Matter per WLAN oder über das besonders effiziente Thread-Funknetz in Google Home integrieren kann.

Matter macht noch keinen großen Unterschied

In der Realität funktioniert das allerdings nicht immer. Beispielsweise scheiterte dies beim Nuki Smart Lock Ultra, das zuvor über Thread und Matter in Apple Home problemlos integriert werden konnte. Beim Bosch Bewegungsmelder II [+M] klappte die Einbindung dagegen sofort. Ein größeres Problem ist, dass man trotz Matter-Einbindung ein Gerät häufig nicht wirklich steuern kann. Beim Roborock Zaros 20 Sonic beispielsweise ließ sich kaum mehr als ein Reinigungsvorgang starten.

Deshalb endet es oft so, dass man wie bisher Drittanbieter-Konten verknüpft. Man hat dann viel mehr Möglichkeiten; unter anderem ließ sich im Test auch das Programm eines Geschirrspülers auswählen. Häufig hilft aber auch das nichts, beim Reinigungsroboter standen nach der Verknüpfung sogar noch weniger Optionen zur Verfügung.

Fazit

Der Google Home Speaker ist vor allem für Nutzerinnen und Nutzer interessant, die zu Hause freihändig mit Gemini Live plaudern möchten und keinen anderen älteren Nest-Lautsprecher haben, der dies durch ein Update ebenfalls kann. Matter und Thread machen aktuell in vielen Haushalten noch keinen großen Unterschied – was sich aber schon in naher Zukunft ändern könnte, sofern man plant, neue Smarthome-Geräte zu kaufen.

Quelle: ntv.de

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