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Startseite»Politik»In Syrien festgehaltene deutsche Journalistin Michelmann frei
Politik

In Syrien festgehaltene deutsche Journalistin Michelmann frei

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 19.06.2026 • 19:30 Uhr

Die seit rund drei Monaten in Syrien inhaftierte Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann ist nach WDR-Informationen frei. Sie befindet sich bereits in Deutschland.

Die Kölner Journalistin ist am Freitagnachmittag in Berlin gelandet. Seit Januar war sie in einem syrischen Foltergefängnis festgehalten worden. Am vergangenen Wochenende hatte ihr Bruder noch dem WDR berichtet, dass er zum ersten Mal seit ihrer Haft mit ihr telefonieren konnte.

Bruder berichtet von Foltermethoden

Im Interview sagte ihr Bruder, dass Eva Maria Michelmanns körperlicher und seelischer Zustand sehr schlecht sei. Die Journalistin habe von Foltermethoden berichtet, darunter seien Elektroschocks gewesen.


  • Kölner Journalistin als Kämpferin verdächtigt
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Familie suchte selbst nach Journalistin

Ihre Familie und ihr Anwalt wussten lange nicht, wo Eva Maria Michelmann war und ob sie überhaupt noch lebt. Sie hatten erst durch eigene Recherchen herausgefunden, dass die Kölner Journalistin ohne Angabe von Gründen in das syrische Gefängnis verschleppt wurde. Vor ein paar Tagen waren Bemühungen des Auswärtigen Amtes und des zuständigen Konsulats in Damaskus, sie nach Hause zu holen, noch gescheitert.

Kritik an Verhalten der Bundesregierung

Immer wieder hatten ihre Familie und ihre Freunde bei Demos, Mahnwachen und Pressekonferenzen auf das Schicksal von Eva Maria Michelmann hingewiesen. Ihre Kritik: Von politischer Seite würde nicht genug getan. Unter anderem kritisierten sie, dass es keine öffentliche Aufforderung an die syrische Regierung, die widerrechtliche Festnahme der Journalistin zurückzunehmen, gegeben habe. Außerdem schilderte die Familie ihre Situation. Es sei eine unerträgliche Zerreißprobe zwischen Hoffnung und Enttäuschung, so die Angehörigen.

Am vergangenen Freitag bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin auf WDR-Nachfrage, dass weitere Besuche bei der Journalistin durch das deutsche Konsulat in Damaskus stattgefunden hätten. Trotzdem kam es zunächst nicht zu einer Freilassung.

Schlaflose Nächte bis zur Freilassung

Am Freitag führten die Bemühungen des Konsulats dann zum Erfolg. Die Freilassung von Eva Maria Michelmann sei auch durch den öffentlichen Druck ermöglicht worden, mutmaß ihr Bruder, Antonius Michelmann. Für ihn seien es schlaflose Nächte bis zur endgültigen Freilassung seiner Schwester gewesen.

Festnahme ohne Angabe von Gründen

Eva Maria Michelmann lebte seit mehr als drei Jahren im Norden Syriens, im kurdischen Autonomiegebiet. Sie berichtete von dort als registrierte Journalistin für kurdische Nachrichtenportale. Im Januar 2026 wurde sie beim Einmarsch von Truppen der syrischen Übergangsregierung in Raqqa festgenommen. Gründe für die Festnahme haben die syrischen Behörden nicht genannt, sagte der Anwalt der Familie, Roland Meister, dem WDR.

Unsere Quellen:

  • WDR-Informationen
  • Antonius Michelmann

Sendung: WDR.de, Freilassung von in Syrien festgehaltener Kölnerin, 19.06.2026, 18:18 Uhr

Westdeutscher Rundfunk

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