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Politik

Israel erklärt Südlibanon zur „Kampfzone“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 27, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 27.05.2026 • 20:59 Uhr

Die israelische Armee hat große Teile des Südlibanon zur „Kampfzone“ erklärt – trotz der Waffenruhe. Sie will hart gegen die Hisbollah-Miliz vorgehen. Die Bevölkerung wurde zur Flucht in den Norden des Landes aufgerufen.

Israel hat große Gebiete im Süden des Libanon zur „Kampfzone“ erklärt. Die israelische Armee rief die Bewohner von Ortschaften südlich des Sahrani-Flusses auf, „sich in Sicherheit zu bringen, da alle Gebiete südlich des Flusses als Kampfzone gelten“. Der Fluss verläuft rund 40 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze. Die israelische Armee bereite sich darauf vor, „mit äußerster Härte“ gegen die Miliz vorzugehen.

Angriffe auf Großstadt Tyrus

Zuvor hatte das israelische Militär bereits unter anderem die Bewohner der Städte Tyrus und Nabatija zur Evakuierung aufgefordert. Unter der Bevölkerung brach Panik aus. Auf Straßen in Richtung der Hauptstadt Beirut entstanden lange Staus. Die lokalen Behörden riefen die Bewohner in Tyrus dazu auf, sich im Stadion der Stadt in Sicherheit zu bringen, da die Notunterkünfte bereits überfüllt seien.

Bei einem Angriff ist nach libanesischen Armeeangaben erneut einer ihrer Soldaten getötet worden. Er sei bei einem Angriff nahe der Stadt Nabatija im Südlibanon ums Leben gekommen. Erst am Dienstag war bei einem Angriff ein Soldat getötet worden. Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist die libanesische Armee keine Konfliktpartei.

Einsätze über die „gelbe Linie“ hinaus

Die israelische Armee hatte am Dienstag angekündigt, ihre Einsätze gegen die Hisbollah im Süden und Osten des Libanon über die sogenannte „gelbe Linie“ hinaus auszuweiten. Ziel sei es, Hisbollah-Kämpfer weiter nach Norden zurückzudrängen. Die von Israel ausgewiesene „gelbe Linie“ befindet sich etwa zehn Kilometer tief auf libanesischem Gebiet. Innerhalb dieser Begrenzung hat die israelische Armee nach eigenen Angaben eine Pufferzone eingerichtet und Truppen stationiert.

Hisbollah greift mit Drohnen an

Auch die Hisbollah setzte ihre Angriffe auf Israel fort. Laut israelischen Medienberichten setzt sie neuerdings auch Glasfaserdrohnen ein, die als unempfindlich gegen Störsender gelten. Sie können zudem auch weiter entfernte Ziele treffen.

Eigentlich gilt seit Mitte April eine Waffenruhe. Darauf hatten sich die israelische und die libanesische Regierung, die selbst keine Konfliktpartei in dem Krieg ist, geeinigt. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel ab. Doch der Krieg läuft weiter. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden seit Ausbruch des Krieges Anfang März 3.269 Menschen getötet und fast 10.000 verletzt.

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