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Politik

Israel und Iran: Neue Angriffe statt Waffenruhe

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 08.06.2026 • 09:56 Uhr

Der Krieg im Nahen Osten ist erneut aufgeflammt: Iran hat Israel wieder angegriffen. Tel Aviv reagierte. Als Grund nannte Teheran „wiederholte Verstöße“ gegen die Waffenruhe im Libanon. Die EU rief zur Deeskalation auf.

Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe haben sich Iran und Israel wieder gegenseitig angegriffen. Teheran griff in der Nacht Ziele an, Israel antwortete mit Gegenschlägen.

Israels Militär teilte mit, man habe alle Geschosse der ersten Angriffswellen abgefangen. Im Norden und im Zentrum des Landes sei Luftalarm ausgelöst worden. Das Heimatschutzkommando habe eine vorsorgliche Anweisung direkt an Mobiltelefone in den betroffenen Gebieten gesendet. Der Unterricht in allen Schulen Israels wurde laut dem Zivilschutz für Montag abgesagt.

Auch die mit Iran verbündete Huthi-Miliz griff Israel wieder an. Sie habe mehrere Raketen auf Israel gefeuert, teilte Militärsprecher Jahja Sari mit. Zugleich verkündete er eine „komplette Blockade“ der Seefahrt für Israel im Roten Meer. Israels Militär teilte mit, die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, um die Gefahr abzufangen. Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische Huthi-Miliz. Sie hatte in der Vergangenheit die „volle und unerschütterliche Solidarität“ mit Teheran angekündigt.

Israelische Angriffe auf Iran

Israel reagierte mit Gegenangriffen auf Iran. Die israelische Armee teilte mit, militärische Einrichtungen im Westen und Zentrum von Iran getroffen zu haben. Außerdem seien Anlagen der petrochemischen Industrie getroffen worden. Solche Anlagen stellen aus Erdöl und Erdgas Industrieprodukte her.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete von „mehreren“ Explosionen in der Hauptstadt Teheran. Wohngebiete wurden demnach nicht getroffen. Auch in den Städten Täbris und Isfahan habe es Einschläge gegeben.

Israel griff Ziele in Beirut an

Iran begründete seine Angriffe mit „wiederholten Verstößen“ der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Israel hatte Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hatten mitgeteilt, die Armee habe dort „Terroristen-Hauptquartiere“ als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen.

Israel und Libanon hatten sich am Donnerstag auf eine Waffenruhe geeinigt. Voraussetzung war, dass die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel einstellt. Die proiranische Miliz war bei den Gesprächen in Washington nicht dabei. Im Anschluss lehnte die Miliz die Vereinbarung zur Waffenruhe ab und setzte die Angriffe auf Israel fort. Der Staat Libanon ist in dem Konflikt keine aktive Kriegspartei.

Die Hisbollah ist der wichtigste nicht staatliche Verbündete Irans. Iran hat die Lage im Libanon wiederholt zu einer Verhandlungsposition gemacht und fordert in den Verhandlungen mit Washington auch eine Einstellung der Kämpfe im Libanon.

Trump gegen israelische Vergeltungsschläge

Für Trump sind die neuerlichen Angriffe ein Rückschlag. Bislang äußerte sich der US-Präsident nur zu den iranischen Angriffen. Eine Reaktion auf die israelische Reaktion gab es nicht. Im Interview mit der britischen Financial Times gab er sich überzeugt, dass die neuen Angriffe keine Auswirkungen auf ein angestrebtes Abkommen haben werden.

„Ich denke, die Verhandlungen laufen weiter“, sagte er. „Wir werden sehen, was passiert.“ Trump hatte in der Vergangenheit schon wiederholt eine kurzfristige Einigung mit Iran in Aussicht gestellt, was dann aber nicht passierte.

Aufrufe zur Deeskalation

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die jüngsten Kampfhandlungen zwischen Israel und Iran kritisiert. „Ich denke, die Region braucht keine weitere Eskalation“, betonte Kallas.

Auch die britische Regierung rief den Iran und Israel zur Deeskalation auf. „Niemand hat ein Interesse an der Wiederaufnahme des Konflikts zwischen dem Iran und Israel“, schrieb Außenministerin Yvette Cooper auf der Plattform X.

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Dr. Heinrich Krämer
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