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Startseite»Politik»Kampf um Labour-Vorsitz: Wer ist Andy Burnham?
Politik

Kampf um Labour-Vorsitz: Wer ist Andy Burnham?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Porträt

Stand: 20.06.2026 • 05:03 Uhr

Andy Burnham und Keir Starmer stehen kurz vor einem offenen Konkurrenzkampf um den Labour-Vorsitz. Für seine Anhänger strahlt Burnham etwas aus, das der Premier schon lange verloren hat. Wofür steht er?

Christoph Prössl

In den vergangenen Wochen hat Andy Burnham gefühlt an jede Tür im Wahlkreis Makerfield geklopft, um Wählerinnen und Wähler zu überzeugen, ihm ihre Stimme zu geben. Es war ein Heimspiel für den 56-Jährigen. Er klingelte unter anderem bei seinem ehemaligen Sportlehrer, der früher einmal über ihn gesagt hatte, Burnham sei zu weich und müsse dringend Rugby spielen.

Aufgewachsen ist Burnham in einer Ortschaft gleich nebenan. Im Haustürwahlkampf hat Burnham viel gehört über Labour, Keir Starmer und warum viele so unzufrieden sind mit dieser Regierung. „Du musst etwas tun, um das Leben erschwinglicher zu machen, das haben die Leute gesagt“, erklärte Burnham nach seinem Sieg im Wahlkreis Makerfield.

Es ist eine Kritik, die Burnham nur zu gut kennt. Als er 2017 zum ersten Mal als Bürgermeisterkandidat für Manchester antrat, sagte er, das System in Westminster – in Großbritannien ein Synonym für den Sitz des Parlaments – funktioniere nicht. Es liefere einfach nicht für die normalen Menschen. Hier oben im Norden konnten sie das damals gut nachvollziehen, heute ebenso.

Anti-Establishment trotz klassischer Karriere

Burnham hat zwei Brüder, die beide Lehrer geworden sind. Er besuchte eine katholische Schule. Auf die Frage, was in seinem Leben wirklich wichtig sei außer der Familie, hat er einmal geantwortet: der Fußballclub Everton, die Labour-Partei und die katholische Kirche – in genau dieser Reihenfolge. Burnham ist verheiratet und hat drei Kinder.

Nach seiner Uni-Zeit in Cambridge arbeitete er kurz als Journalist, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter für eine Labour-Abgeordnete. Mit 31 konnte er ins Unterhaus einziehen. Wenige Jahre später wurde er Staatssekretär. Eigentlich eine sehr klassische Politikerkarriere – auch wenn es immer wieder heißt, Burnham zeichne sich dadurch aus, dass er eben nicht Teil des Establishments sei.

Gescheiterte Wahl zum Parteivorsitz

2010 und 2015 bemühte sich Burnham, den Parteivorsitz zu übernehmen, was nicht klappte. Ein Grund dafür, warum er dann 2017 zur Bürgermeisterwahl in Manchester antrat, gewann und zwei Mal wiedergewählt wurde. Seitdem hat er dort viel erreicht, sagt Jonathan Tonge, Professor für Politik an der Universität Liverpool.

Der Großraum Manchester habe in den vergangenen Jahren eine positive wirtschaftliche Entwicklung hingelegt. „Burnham kann also sagen: ‚Schaut, ich bin derjenige, der Wachstum liefern kann für das ganze Vereinigte Königreich. Ich werde das Manchester-Modell in das ganze Land hinaustragen'“, sagt Tonge.

Panik bei Labour

Ob das so einfach geht, ist die Frage. Auch Burnham kann die wirtschaftspolitische Großwetterlage nicht beeinflussen: Da ist der Ukraine-Krieg, eine zähe ökonomische Entwicklung in vielen G7-Staaten. Und Burnham dürfte auch die Nachwehen des Brexit verkraften müssen, sollte er Premier werden.

Aber Burnham strahlt etwas aus. Ganz anders als Keir Starmer, dessen politische Bilanz nüchtern verglichen gar nicht so schlecht ist. Doch Starmer konnte diese nicht vermitteln und sieht sich mit enorm hohen Erwartungen konfrontiert.

Genau aus dem Grund gibt es viele in der Labour-Partei, die Burnham als Parteivorsitzenden und Premier sehen – die letzte Hoffnung, um den erstarkenden Rechtspopulisten von Reform UK doch noch etwas entgegen setzen zu können. Die nächsten regulären Parlamentswahlen sind zwar erst 2029 – aber die Panik bei den Sozialdemokraten ist groß.

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