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Startseite»Nachrichten»Keine Genehmigung für Transport: Bohrungen vorbereitet: Grönland verwarnt Ölunternehmen mit Trump-Verbindung
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Keine Genehmigung für Transport: Bohrungen vorbereitet: Grönland verwarnt Ölunternehmen mit Trump-Verbindung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Keine Genehmigung für TransportBohrungen vorbereitet: Grönland verwarnt Ölunternehmen mit Trump-Verbindung

Auf Grönland werden große Rohstoffvorkommen vermutet. (Foto: picture alliance / Shotshop)

Auf Grönland ist das Misstrauen gegenüber den USA wegen der Übernahmefantasien von Präsident Trump groß. Nun bringt ein texanisches Unternehmen Ausrüstung für Ölbohrarbeiten auf die Insel, obwohl es dafür keine Genehmigung hat. Die Nähe der Verantwortlichen zu Trump birgt besondere Brisanz.

Ein texanisches Explorationsunternehmen hat wegen des Transports von Ausrüstung für geplante Bohrarbeiten auf Grönland eine „strenge Verwarnung“ der dortigen Regierung kassiert. Die bisherige Genehmigung für den Transport sei ausgelaufen und bislang nicht erneuert worden, hieß es Ende Juli vom grönländischen Energieministerium. Die britische Zeitung „Guardian“ legt eine Nähe des Unternehmens zum Umfeld von US-Präsident Donald Trump nahe, der immer wieder mit Verweis auf Sicherheitsinteressen umstrittene Ansprüche auf die Arktisinsel erhob.

Zwei Tage nach der Mitteilung des Energieministeriums teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social erneut eine für Grönland bedrohlich anmutende Fotomontage, auf der er von oben herab auf ein grönländisches Dorf blickt.

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Das Thema Grönland lässt den US-Präsidenten nicht los. (Foto: truthsocial.com/realDonaldTrump)

Auch weil bereits eine Verlängerung der Genehmigung beantragt worden sei, sehe man davon ab, dass die Ausrüstung wieder innerhalb Grönlands entlang der Ostküste zurücktransportiert werden müsse, hieß es zwar vom grönländischen Ministerium. Es sprach aber eine Verwarnung an den grönländischen Lizenzinhaber aus und machte klar, dass künftige logistische Maßnahmen vorher angemeldet und genehmigt werden müssen.

Texanische Firma: Bohrung im Winter geplant

Die grönländische Firma White Flame Energy A/S hat Explorationsrechte im Jameson-Land-Gebiet – Nunap Qeqqa – auf Ostgrönland, wo große Rohstoffvorkommen vermutet werden. Das Becken ist laut britischem Mutterkonzern 80 Mile PLC bislang nicht durch Bohrungen erschlossen. Das Unternehmen in London ist ein Joint Venture mit der noch jungen texanischen Firma Greenland Energy Company eingegangen.

Das Unternehmen mit Sitz in Denver schreibt auf seiner Webseite, dass es perspektivisch nach zwei Bohrungen 70 Prozent der Anteile an dem Projekt bekommen werde. Es konzentriere sich auf die operative Vorbereitung für Bohrungen, Logistik und die übergeordnete Projektkoordination – die Briten hätten die Federführung bei dem Genehmigungsverfahren, hieß es vor Tagen in einer Mitteilung der Texaner an die Aktionäre. Für den Winter 2026/2027 ist demnach eine Explorationsbohrung anvisiert. Welche Genehmigungen bereits eingeholt sind und welche noch ausstehen, blieb unklar.

Laut „Guardian“ hat das texanische Unternehmen den rechten Fernseh-Moderator Phil McGraw (besser bekannt als „Dr. Phil“) beauftragt, eine Dokumentarserie über das Projekt zu drehen, die „die Mission dieser modernen Ölspekulanten einfangen“ soll. „Dr. Phil“ machte 2024 Wahlkampf für Trump und war Teil von dessen umstrittener Kommission für Religionsfreiheit. Demnach hat Greenland Energy Company einen Veteranen des US-Militärs zum Direktor ernannt, der an der Entwicklung eines sogenannten Golden Dome arbeitet – ein fortschrittliches Raketenabwehrsystem, das laut Trump für die Kontrolle über Grönland „von entscheidender Bedeutung“ ist.

Dem Bericht zufolge hat auch Larry Swets, Vorsitzender und Großaktionär der Firma, Zugang zu Trumps Umfeld. Er habe in der Vergangenheit gesagt, dass das Ölprojekt „in keinem Zusammenhang mit einer Annexion durch die USA“ stehe. Nachdem ein Unternehmensvertreter bei einer Gemeindeversammlung in Jameson Land auf Ostgrönland im Juni fälschlicherweise behauptet hatte, man habe die Genehmigung, Bohrgeräte an Land zu bringen, sagte Swets laut der Zeitung: „Unsere Begeisterung für das Projekt hat dazu geführt, dass wir uns so geäußert haben, dass Verwirrung entstand.“

Trump hat schon länger ein Auge auf Grönland

Doch im folgenden Monat bemerkten Anwohner der dünn besiedelten Region, wie ein Schlepper einen Lastkahn an Land zog und ein Dutzend Container entlud. „Das Ziel war es, die Ausrüstung im Zusammenhang mit geplanten Ölbohrungen in Nunap Qeqqa (Jameson Land) an Land zu bringen“, hieß es in der Erklärung der grönländischen Regierung. Greenland Energy Company habe es abgelehnt, auf Fragen zu dem Vorgang zu antworten, schreibt der „Guardian“.

Grönland geriet in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen, weil US-Präsident Trump Ansprüche auf die größte Insel der Welt erhob und damit großen Protest auslöste. Grönland gehört zu Dänemark, hat aber eine Selbstverwaltung und politisch sehr viel Eigenständigkeit. Dänemark machte immer wieder klar, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. Grönland pocht auf die eigene Souveränität.

Trump hatte schon mehrmals offen gedroht, die Kontrolle der strategisch wichtigen Arktisinsel übernehmen zu wollen – und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der Militärallianz Nato geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA. Es gehe um die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Ende Dezember 2025 ernannte Trump den Gouverneur des südlichen Bundesstaates Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für Grönland. Das löste auch Empörung aus.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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