Knapper Sieg über Bochum
Hertha BSC beendet Horror-Serie zum Zweitliga-Auftakt
Für eine Nacht Tabellenführer: Hertha BSC startet erstmals seit 2020 mit einem Sieg in eine neue Saison. Beim Auftakt der zweiten Fußball-Bundesliga gewinnt der Hauptstadtklub mit 1:0 beim VfL Bochum. Und das trotz des harten Sparkurses im Sommer.
Hertha BSC hat seine Auftakt-Misere beendet und die großen Zweifel am Berliner Neuanfang vorerst vertrieben. Der Hauptstadt-Klub gewann am Abend das Eröffnungsspiel der 2. Fußball-Bundesliga mit 1:0 (1:0) beim VfL Bochum. Das Team von Stefan Leitl trotzte damit dem großen personellen Aderlass und gewann erstmals seit sechs Jahren wieder am ersten Spieltag.
Sebastian Grönning (39.) erzielte im Ruhrstadion an der Castroper Straße das erste Tor der 53. Zweitliga-Spielzeit und den goldenen Treffer des Abends. Hertha darf sich zumindest vorläufig erstmals seit knapp 13 Jahren wieder Tabellenführer nennen. Bochum dagegen verlor zum sechsten Mal in Serie sein Auftaktspiel.
Berlins Trainer Leitl hatte sich nach dem personellen Umbruch mit 13 Abgängen und bislang nur einem Neuzugang in Optimismus geübt und prognostiziert, dass es in Bochum „richtig knallen“ werde. Auf der Gegenseite freute sich Uwe Rösler auf „das Adrenalin von den Rängen“ – und heizte diese selbst mit geballten Fäusten noch einmal ein. Eine große Choreo mit den Bochumer Wahrzeichen und Herbert Grönemeyers „Bochum“ sorgten dazu schon beim Einlaufen neben der Meisterschale für die angemessene Atmosphäre.
Gouram mit feinem Pass
Nach einer zähen Anfangsphase stand dann der Gästeblock im Fokus. Weil ein Zaunbanner der Berliner ein Fluchttor verdeckte, sah sich Schiedsrichter Wolfgang Haslberger in der 19. Minute zu einer sechsminütigen Spielunterbrechung genötigt. Beide Trainer nutzten diese für Teambesprechungen und erinnerten damit an die Trinkpausen bei der WM. Währenddessen wurde das Banner eingerollt und die Partie fortgesetzt. Nach Wiederanpfiff kam auch vor den Toren mehr Bewegung ins Spiel: Philipp Hofmanns Kopfball nach einer Flanke von Taz stellte Keeper Marius Gersbeck jedoch vor keine Probleme (30.).
Auf der Gegenseite schoss Gouram aus der Drehung über das Tor (32.). Kurz darauf fand ein Pass des 20-Jährigen hinter die Bochumer Abwehrkette Grönning, der frei per Lupfer über Neu-Kapitän Timo Horn zum ersten Saisontor traf. Der VfL war um eine direkte Antwort bemüht, doch Taz köpfte nach einer Flanke von Maximilian Wittek aus kurzer Distanz rechts am Tor vorbei (41.).
Wie schon zu Spielbeginn benötigte die Begegnung vor 26.000 Zuschauern nach der Pause etwas Anlauf. Erneut fand eine Flanke den Kopf von Routinier Hofmann (57.), der den Ball aufs Tornetz setzte. Es war der Auftakt einer Drangphase. Taz kam frei zum Abschluss, doch Niklas Kolbe blockte mit einer Grätsche in letzter Not (64.).
Die Gäste-Hintermannschaft stand weiterhin kompakt und behauptete den knappen Vorsprung. Bei beinahe jeder Gelegenheit am Ball versuchte das Team aus der Hauptstadt Zeit von der Uhr zu nehmen. Der eingewechselte Gerrit Holtmann verzog gegen die tief stehende Berliner knapp links am Tor vorbei (72.), ehe Gersbeck einen Schuss von Wittek sicher parierte (80.). So rettete Hertha den Sieg über die Zeit.
Verwendete Quellen: ntv.de, ses/sid/dpa
