Kommentar
Die Generaldebatte zeigt einmal mehr: Die AfD träumt vom Abriss der Demokratie. Umso mehr bräuchte es einen Kanzler, der eine eigene Erzählung dagegen stellt. Doch Merz liefert sie immer noch nicht.
Es ist … ja, was eigentlich? Ärgerlich, traurig, bitter, beängstigend, enttäuschend? Jedes dieser Attribute passt auf das, was sich da im Bundestag abgespielt hat. Ein Kanzler, der ganz offensichtlich ratlos und hilflos mit dem Rücken zur Wand steht. Der es nicht fertiggebracht hat, eine Rede zu halten, die eines Kanzlers würdig ist. Eine Erzählung zu liefern, endlich zu sagen, wo er denn eigentlich das Land hin regieren will.
Stattdessen arbeitet er sich an Alice Weidel ab. Die hat im übrigen eine Erzählung hat, im Gegensatz zu Friedrich Merz. Eine Untergangserzählung, eine Erzählung des Schreckens, die Deutschland am Abgrund sieht und die nur eines bewirken soll: Menschen in Angst zu versetzen.
Und leider reicht das – um in Sachsen-Anhalt fast 44 Prozent zu fangen. Und der Kanzler? Reagiert dünnhäutig und bietet selber nichts an. Dabei hat er doch am Montag noch gesagt, er will es anders, besser machen als bisher. Er wolle die Menschen erreichen, auch mit Emotionen. Davon aber war nichts zu hören und wenig zu spüren.
Eine weitere verstrichene Gelegenheit zum Erklären der Reformen
Zwar gibt Merz in seiner Rede sogar zu, den Sinn der Reformen bisher nicht erklärt zu haben, gesteht das sogar als Fehler ein – lässt dann aber die Gelegenheit verstreichen, genau das zu tun. Und all das unter dem unerträglichen Gebrüll und Gejohle der AfD-Fraktion.
Es ist ein Szenario, von dem die AfD träumt: die CDU zerstören, die Vorherrschaft übernehmen und mit der Abrissbirne die Demokratie zertrümmern. Es gilt, dagegenzuhalten. Was nicht nur – aber an erster Stelle – Aufgabe des Kanzlers ist.
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