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Startseite»Nachrichten»„Längst alle tot“, Fax-Kontakt: Großübung im ICE-Tunnel endet im großen Desaster
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„Längst alle tot“, Fax-Kontakt: Großübung im ICE-Tunnel endet im großen Desaster

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 10, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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„Längst alle tot“, Fax-KontaktGroßübung im ICE-Tunnel endet im großen Desaster

Ein Erkundungstrupp hat einen Menschen gefunden, der eine verletzte Person darstellt. (Foto: picture alliance/dpa)

Bei einer Übung in einem Eisenbahntunnel in Thüringen trainieren Einsatzkräfte am Wochenende den Ernstfall. Doch bei einem simulierten ICE-Brand geht alles schief: Die Feuerwehr kommt zu spät, die Kommunikation läuft teilweise über Fax. Der Innenminister ist bedient.

Bei einem Großeinsatz im Sandbergtunnel in Thüringen sollte am Wochenende die Rettung von Passagieren aus einem brennenden ICE geübt werden – doch bei der Großübung kam es zu erheblichen Verzögerungen. „Die Übung hat Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt, die wir sehr ernst nehmen“, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier. „So etwas wie am Samstag darf es nicht noch einmal geben.“ Dafür müssten alle Beteiligten zusammenarbeiten.

Wie das Innenministerium mitteilte, gab es nach vorläufigem Stand Verzögerungen bei der Übermittlung des Übungsnotrufs sowie bei der Alarmierung der Feuerwehr. Zudem habe es einen technischen Defekt sowie reale Einsätze, darunter zwei schwere Verkehrsunfälle auf der Autobahn, gegeben. Einzelne Einheiten hätten zudem aufgrund einer zuvor veränderten Einsatzplanung längere Anfahrtswege gehabt. Die genauen Abläufe würden weiter ausgewertet, hieß es.

Am Samstag hatte es bei der Übung mit mehr als 250 Einsatzkräften Probleme gegeben. Simuliert wurde der Brand eines ICE, bei dem eingesetzte Komparsen als Passagiere gerettet werden sollten. Im Mittelpunkt stand den Angaben nach die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren beteiligten Organisationen. Nach Angaben der Zeitung „Freies Wort“ dauerte es mehr als zwei Stunden, bis die ersten Rettungstrupps nach der Feuermeldung eintrafen. „Wäre das hier echt, wären längst alle tot“, zitierte das Lokalportal „InSüdthüringen“ einen namentlich nicht genannten Feuerwehrexperten.

Auch die Landrätin des Ilm-Kreises sprach von Problemen bei der Übung. „Diese hat gezeigt, dass es noch große Defizite gibt“, sagte Petra Enders in einem Statement. Aus ihrer Sicht habe es erhebliche Probleme bei der Kommunikation gegeben. Dem „Spiegel“ teilte sie mit, dass die Thüringer Leitstellen noch per Fax kommunizierten. Maier forderte, dass die Alarmierungswege künftig technisch und organisatorisch sowie auch praktisch regelmäßig getestet werden sollten. Eine ähnlich große Tunnelübung hatte zuletzt 2019 stattgefunden.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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