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Marktbericht: Anleger vorsichtig vor frischen US-Inflationsdaten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 25.06.2026 • 07:45 Uhr

Die starken Zahlen des US-Chipherstellers Micron treiben die Aktienmärkte in Asien an. Der DAX dürfte dagegen schwunglos starten. Wichtige Inflationsdaten aus den USA mahnen zur Zurückhaltung.

Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start mit 24.719 Punkten und einem Minus von 0,1 Prozent. Zur Wochenmitte war der DAX zeitweise bis auf 24.593 Punkte abgesackt. Gestern hatte er 0,6 Prozent auf 24.740 Punkte verloren.

Bislang fehlen dem DAX die Impulse: Mehrere Unsicherheitsfaktoren würden die Risikobereitschaft der Anleger belasten, meint Salah-Eddine Bouhmidi, IG-Marktbeobachter. „Steigende Zweifel an der Bewertung vieler KI-Aktien, wieder aufflammende Inflationssorgen und eine fehlende klare geldpolitische Marschrichtung sorgen dafür, dass Investoren vor wichtigen US-Daten vorsichtiger agieren.“

Zumindest die Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-Rally sind vorerst ausgeräumt. Gestern nach US-Börsenschluss hatte der US-Speicherchiphersteller Micron die Quartalszahlen präsentiert. Sie wurden von den Investoren erleichtert aufgenommen.

Wegen der rasant steigenden Preise für Speicherchips aufgrund der hohen Nachfrage hat Micron den Quartalsumsatz auf mehr als 40 Milliarden Dollar verfünffacht. Im dritten Quartal verdiente Micron unter dem Strich gut 28 Milliarden Dollar und damit etwa doppelt so viel wie in den drei Monaten davor.

Für die Investoren ist aber besonders der Blick nach vorne wichtig. Die Geschäftsprognose fällt bei Micron viel optimistischer aus als erwartet. Im vierten Geschäftsquartal rechnet Micron mit einem Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar.

Die Erleichterung über die starken Zahlen ist auch an der japanischen Börse spürbar: In Tokio legt der Nikkei-Index um fast vier Prozent zu. „Der starke Anstieg des Nikkei ist schlichtweg auf die Micron-Ergebnisse zurückzuführen“, sagte Takamasa Ikeda, Portfoliomanager bei GCI Asset Management. Zu den Verlierern zählten jedoch Energiewerte, die unter den sinkenden Ölpreisen litten. Der südkoreanische Leitindex springt um mehr als fünf Prozent nach oben.

An beiden Börsen werden viele wichtige Technologieaktien aus der Chipbranche gehandelt, die mit großen Kursgewinnen auf die Micron-Zahlen reagieren und die Indizes nach oben ziehen.

An den US-Börsen hatten sich die Anleger am Vortag in Erwartung der Micron-Zahlen zurückgehalten. Auch wichtige Inflationsdaten, die Aufschluss über den weiteren Zinskurs der US-Notenbank Federal Reserve geben könnten, stehen heute an. Um 14:30 Uhr wird der wichtige Kern-PCE-Preisindex publiziert, der die Kerninflation in den USA misst.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Mittwoch mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 51.848 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 notierte kaum verändert bei 7.358 Zählern, und der technologielastige Nasdaq 100 gab 0,4 Prozent auf 29.220 Stellen nach.

Unterstützung für die Märkte kommt auch vom sinkenden Ölpreis. Die geopolitische Entspannung in der Straße von Hormus hat die Sorgen vor Angebotsengpässen gelindert und die Ölpreise weiter gedrückt. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,5 Prozent auf 72,60 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,4 Prozent schwächer bei 69,37 Dollar.

Tags zuvor hatten sie ihren zwischenzeitlich immensen Anstieg seit März im Zuge des Nahost-Kriegs komplett ausgepreist und kostet so viel wie vor Beginn des Iran-Krieges.

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