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Startseite»Politik»Marktbericht: Neue US-Angriffe in Iran dämpfen Optimismus
Politik

Marktbericht: Neue US-Angriffe in Iran dämpfen Optimismus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 28, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 28.05.2026 • 07:21 Uhr

Die USA und der Iran haben sich in der Straße von Hormus erneut gegenseitige Angriffe geliefert. Das dämpft die Hoffnung auf ein Friedensabkommen – und lässt die Ölpreise wieder steigen.

Die USA und der Iran haben sich in der Straße von Hormus trotz Waffenruhe und laufender Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitige Angriffe geliefert. Die Angriffe verstärken die widersprüchlichen Signale zu den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran – und dämpfen am Morgen die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen.

„Wir erwarten in den nächsten zwei Wochen entweder eine Einigung auf einen neuen Waffenstillstand oder den Zusammenbruch des derzeitigen Waffenstillstands mit einer Wiederaufnahme der aktiven Feindseligkeiten“, erklärte Madison Cartwright, leitender Geoökonomie-Analyst bei der Commonwealth Bank of Australia. Er beziffere die Wahrscheinlichkeit einer Einigung auf 70 Prozent, doch vor allem die Zukunft der Meerenge, der Straße von Hormus, sei weiterhin ungewiss. Die Versicherung für eine Durchfahrt sei „unerschwinglich teuer“ geworden. Zudem sei unklar, ob der Iran eine Mautgebühr erheben werde.

Die neuen Militärschläge treiben den Ölpreis erneut in die Höhe. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um zwei Prozent auf 96,18 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 2,1 Prozent fester bei 90,57 Dollar.

Entsprechend zögerlich verhalten sich die Anleger in Asien. Der japanische Leitindex Nikkei gab im frühen Handel um 0,1 Prozent auf 64.928 Punkte nach. Am Vortag war der Index zeitweise um bis zu 2,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 66.428 Punkten gestiegen, bevor er unverändert schloss. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,2 Prozent auf 3.909 Zähler.

Auch hierzulande dürfte der deutsche Leitindex DAX mit Verlusten in den Tag starten. Der Broker IG taxiert den DAX am frühen Morgen mit minus 0,8 Prozent unter der wichtigen Marke von 25.000 Punkten.

Bereits gestern war dem DAX die Puste ausgegangen. Widersprüchliche Aussagen zum Stand der Dinge der Iran-USA-Verhandlungen verunsicherten die Investoren. Der DAX schloss mit 25.177 Punkten nahezu unverändert und blies damit die zunächst begonnene Jagd auf seine bisherige Rekordmarke von 25.507 Zählern vorerst ab.

Dabei hatte es gestern noch die Hoffnung gegeben, dass sich die USA und der Iran einer Einigung zur vollständigen Öffnung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus nähern könnten. Angetrieben davon hatte der US-Leitindex Dow Jones Industrial gestern seine Rekordjagd wieder aufgenommen. Der Dow gewann 0,4 Prozent auf 50.644 Punkte. Dem technologielastigen Nasdaq 100 war im frühen Handel mit Mühe ein weiterer Höchststand gelungen, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzten.

Der ebenfalls auf Rekordniveau notierende S&P 500 legte geringfügig auf 7.520 Punkte zu. Experten bleiben für den US-Aktienmarkt optimistisch gestimmt. Eine „außergewöhnlich starke Berichtssaison der Unternehmen für das erste Quartal“ etwa veranlasste die Marktstrategen von Goldman Sachs dazu, das Jahresendziel für den marktbreiten Index von zuvor 7.600 auf 8.000 Punkte anzuheben. Die Bank schloss sich damit den Fachleuten von Morgan Stanley und der Deutschen Bank an. Diese gehen ebenfalls davon aus, dass das Börsenbarometer das Jahr bei 8.000 Punkten beenden wird.

Eine rasant wachsende Nachfrage nach KI-Anwendungen gibt Salesforce Rückenwind. „Es war ein herausragendes Quartal: Rekordumsätze, Rekord-Vertragsabschlüsse, Rekord-Mittelzuflüsse“, sagte Marc Benioff, der Chef des SAP-Rivalen, gestern bei der Vorstellung aktueller Quartalszahlen.

Der Ausblick des Softwarekonzerns für das laufende Quartal enttäuschte jedoch und gab der Furcht vor einer „SaaSpocalypse“ neue Nahrung. Unter „SaaSpocalypse“ verstehen Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware durch KI-Modelle. Konzernchef Marc Benioff rechnet im zweiten Geschäftsquartal (Ende Juli) mit 11,27 bis 11,35 Milliarden US-Dollar Erlös. Analysten hatten im Schnitt das obere Ende der Spanne im Auge. Die Aktie verlor im nachbörslichen US-Handel mehr als drei Prozent.

Wie andere Softwaretitel auch ist Salesforce in diesem Jahr in verschärfte Bedrängnis am Aktienmarkt geraten. Seit Jahresbeginn hatte der Kurs im Haupthandel bereits rund ein Drittel an Wert eingebüßt. Auch SAP hat in diesem Jahr mehr als ein Viertel an Wert verloren. Sorge der Investoren ist, dass das Geschäftsmodell von Softwarekonzernen wegen der Konkurrenz von KI-Tools erodieren könnte.

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