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Startseite»Nachrichten»Mit Schrotteilen zum Imperium : Das Erfolgsgeheimnis hinter Chinas neuem Roboter-Riesen Unitree 
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Mit Schrotteilen zum Imperium : Das Erfolgsgeheimnis hinter Chinas neuem Roboter-Riesen Unitree 

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Mit Schrotteilen zum Imperium Das Erfolgsgeheimnis hinter Chinas neuem Roboter-Riesen Unitree 

12.08.2026, 18:11 Uhr Von Juliane Kipper
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Der 1,32 Meter große und 35 Kilogramm schwere Roboter G1 lässt sich für den Transport zusammenklappen und ist mit einem Einstiegspreis von etwa 13.500 US-Dollar fast unschlagbar günstig. (Foto: picture alliance / CFOTO)

Mit Feile, Schere und Schrott baut Wang Xingxing während seines Studiums einen ersten Roboter. Heute bewerten Investoren seine Firma mit 7,7 Milliarden Euro. Dank radikaler Eigenfertigung drückt Unitree die Kosten und macht die Technologie so erstmals für den Alltag bezahlbar. 

Der globale Wettlauf um künstliche Intelligenz und Robotik hat die Finanzmärkte erreicht: Der geplante Börsengang des chinesischen Branchenpioniers Unitree zeigt das enorme Investoreninteresse an der Schlüsseltechnologie. Bei der jüngsten Aktienzeichnung für Privatanleger an der Shanghaier Börse überstieg die Nachfrage das Angebot um das 8300-Fache. Mit dem Börsendebüt strebt das Unternehmen Einnahmen von gut sechs Milliarden Yuan (rund 790 Millionen Euro) an. Der erste Handelstag wird Insidern zufolge noch in diesem Monat erwartet. Der festgelegte Ausgabepreis bewertet den Hersteller mit etwa 7,7 Milliarden Euro. 

Der Hype um Unitree kommt nicht von ungefähr: Auf chinesischen Messen und Großveranstaltungen sind die tanzenden und boxenden Systeme mittlerweile ein fester Bestandteil . Nachdem die humanoiden Modelle des Herstellers bereits im Vorjahr bei der TV-Gala zum Frühlingsfest für Aufsehen gesorgt hatten, setzten sie dieses Jahr noch eins drauf. Eine eindrucksvolle Kung-Fu-Choreografie mit Salti und gemeinsamen Übungen an der Seite von Kindern übertraf die bisherige Show bei Weitem. Zum Einsatz kam dabei das Modell G1. Der 1,32 Meter große und 35 Kilogramm schwere Roboter lässt sich für den Transport zusammenklappen und ist mit einem Einstiegspreis von etwa 13.500 US-Dollar fast unschlagbar günstig. 

Die Tatsache, dass das Unternehmen extrem wettbewerbsfähige Preise aufrufen kann, ist eng mit der Geschichte seines Gründers verknüpft: Das Unternehmen mit Sitz in Hangzhou wurde 2016 von Geschäftsführer Wang Xingxing gegründet. Bereits während sienes Studiums tüftelte er mit minimalem Budget an ersten Robotern. „Da ich keine Ausrüstung hatte, benutzte ich eine kleine Handbohrmaschine, eine Feile und eine Schere“, erzählt Wang Xingxing dem chinesischen Onlineportal Our China Story. Aus Mangel an finanziellen Mitteln suchte er sich viele Teile aus Schrott zusammen. Letztendlich habe sein kleiner zweibeiniger Roboter nicht mehr als 25 Euro gekostet. Einige Jahre später entwickelte er im Rahmen seines Abschlussprojektes den vierbeinigen Robotik-Hund XDog. Dieser wartechnisch bereits extrem ausgereift und legte den Grundstein für den Erfolg von Unitree. 

Mit seinem Unternehmen will Wang Xingxing hochkomplexe Robotik nicht nur zu extrem hohen Preisen für Forschungslabore anbieten, sondern erschwingliche, serientaugliche Systeme für den Massenmarkt bauen. Deshalb fertigt Unitree Kernkomponenten wie Gelenkmotoren, Getriebe, Sensoren und Steuerungseinheiten weitgehend selbst. Das senkt die Produktionskosten und schafft die Voraussetzung, um eine Technologie , die als das nächste große Zukunftsfeld gilt, massentauglich zu machen. 

Noch steht der Markt allerdings am Anfang. Anders als bei Industrierobotern in Autofabriken gibt es für die humanoiden Roboter im Alltag bislang kaum Anwendungsfälle. Unitree verkaufte 2025 lediglich 5500 Stück. Medienberichten zufolge peilt Wang für dieses Jahr den Versand von 10.000 bis 20.000 Robotern an. 

Neu Front im Wettlauf um KI

Auch wenn diese Stückzahlen heute noch überschaubar wirken, dürfte sich das Bild rasch wandeln. Der Markt für Roboter verspricht in den kommenden Jahrzehnten einen Wert von Hunderten Milliarden US-Dollar zu erreichen. Analysten gehen laut „Financial Times“ davon aus, dass die jährlichen Verkäufe von Robotern bis 2050 bis zu 50 Millionen Stück erreichen könnten. 

Chinas Regierung setzt auf die Roboter als Zukunftsindustrie. Als Teil der sogenannten neuen Qualitäts-Produktivkräfte sollen sie der chinesischen Wirtschaft zu Wachstum verhelfen. Parallel dazu liefern sich chinesische Startups mit der US-Konkurrenz ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Vorreiterrolle bei der Entwicklung der Technologie. So arbeitet etwa der US-Elektroautobauer Tesla unter der Führung von Elon Musk an einem humanoiden Roboter mit dem Namen Optimus. 

Die humanoide Robotik entwickelt sich laut der Analystin Wei Sun von Counterpoint Research zu einer neuen Front im Wettlauf um künstliche Intelligenz (KI) zwischen den USA und China. Während US-Roboterfirmen darum wetteiferten, eine nachhaltige und integrierte Autonomie zu erreichen, ziele China auf Skalierung, die Integration der Lieferkette und eine schnellere Bereitstellung ab, schreibt Sun in einem Bericht. Der Vorteil des chinesischen Herstellers Unitree liege in einer robusten Körperbeherrschung mit Agilität, der Skalierung der Hardware, der Kostenstruktur und einem wachsenden Ökosystem aus Entwicklern und Kunden, das durch die Partnerschaft mit Nvidia ermöglicht wird. 

Quelle: ntv.de, mit dpa

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