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Politik

Nach Protest an Brennerautobahn: Trotz Sperrung kaum Verkehrschaos

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 30.05.2026 • 20:06 Uhr

Lärm, Abgase und kilometerlange Lkw-Kolonnen: Dagegen haben am Brenner Tausende Menschen protestiert. Die wichtige Alpenroute ist nach einer zeitweisen Sperrung nun wieder offen. Das erwartete Verkehrschaos blieb aus.

Oliver Soos

Mehrere tausend Menschen laufen aus Matrei am Brenner den Autobahnzubringer hinauf auf die gesperrte Autobahn. Vorneweg eine Blaskapelle und Gemeindevertreter der einzelnen Orte am Brennerpass – unter ihnen ist auch der Hauptinitiator der Proteste, der parteilose Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger.

Er sagt, die Anwohner seien von der großen Politik nicht gehört worden. Deshalb brauche es nun eine Aktion mit Signalwirkung: eine Blockade des Brenners von 11 bis 19 Uhr. „Wir haben bis heute noch keinen Lärmschutz“ – und der Verkehr steige massiv an. „Wir haben 14,4 Millionen Fahrbewegungen – Tendenz steigend – über den Brenner pro Jahr. Das ist einfach alles viel zu viel.“

Solidarität auch aus Nachbarregionen

Die Demonstranten kommen aus verschiedenen Orten am Brennerpass, aber auch aus Nachbarregionen, um sich zu solidarisieren. Auf Transparenten gibt es immer wieder die Aufschrift: „Transparenz statt Transit“.

Die Anwohner fordern unter anderem einen ordentlichen Lärmschutz, eine höhere Lkw-Maut und politische Maßnahmen, dass der Güterverkehr mehr auf die Schiene verlagert wird.

Im Vorfeld war mit massiven Verkehrsbehinderungen gerechnet worden – in ganz Tirol und bis in den Süden von Bayern, weil erwartet wurde, dass Pfingsturlauber auf andere Routen und Alpenpässe ausweichen würden. Doch das große Verkehrschaos blieb aus. Die meisten Fahrer hatten offenbar den Rat der Polizei befolgt, ihre Fahrt auf einen anderen Tag zu verlegen.

Kritik aus Österreich und Bayern

Von der österreichischen und der bayerischen Regierung hatte es Kritik an der Protestaktion gegeben. Eine Brennerblockade sei eine zu hohe Belastung für den Verkehr und die Wirtschaft.

Der italienische Verkehrsminister Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega-Partei hatte sogar gegen Verkehrsbeschränkungen am Brenner geklagt. Er will das Nacht- und Wochenend-Fahrverbot und die Blockabfertigung für Lkw kippen.

Der Landeshauptmann von Tirol, Anton Mattle von der konservativen ÖVP, stellte sich dagegen hinter die Protestierenden am Brenner. „Die Versammlung auf der Brennerautobahn ist schon Ausdruck dessen, dass sich hier die Bevölkerung entlang des Brennerkorridors von den Partnern auf europäischer Ebene im Stich gelassen fühlt.“ Der Brenner sei auch Lebensraum von Menschen und nicht nur eine Transitachse, so Mattle.

Zugverbindung könnte künftig entlasten

Eine Hoffnung ist der Brennerbasistunnel, der ab 2032 in Betrieb gehen soll und durch den in größerem Maße als bislang Züge fahren sollen. Hier gibt es aber auch Kritik an Deutschland, Bayern und an der Deutschen Bahn, weil die nördlich angrenzenden Bahnstrecken an den Brennerbasistunnel durch Deutschland noch nicht ordentlich ausgebaut sind und den Güterverkehr auf den Schienen ausbremsen könnten.

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