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Neue Hypothek für Iran-Gespräche: Huthi-Angriffe in Saudi-Arabien: Jemen-Konflikt eskaliert

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 7, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Neue Hypothek für Iran-GesprächeHuthi-Angriffe in Saudi-Arabien: Jemen-Konflikt eskaliert

Die Huthi hatten den Jemen 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. (Foto: REUTERS)

Im Zuge des Iran-Kriegs eskaliert ein weiterer Konflikt: In der Nacht meldet Saudi-Arabien Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi. Das Königreich wappnet sich nun Berichten zufolge für eine koordinierte Angriffswelle irakischer Milizen und jemenitischer Rebellen.

Der eskalierende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen droht eine Friedenslösung im Iran-Krieg zu erschweren. In der Nacht wurden nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses im Jemen bei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi mindestens elf Zivilisten in Saudi-Arabien verletzt. Zudem rechnet das Königreich Berichten zufolge „in sehr naher Zukunft“ mit koordinierten Angriffen durch irakische Milizen und Huthi-Rebellen unter Anleitung von Irans mächtigen Revolutionsgarden.

US-Präsident Donald Trump geht dagegen nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass der Iran-Krieg „ziemlich bald“ enden und eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus bevorstehen könnte. Er äußerte die Vermutung, dass der Iran unter dem militärischen und politischen Druck der USA und ihrer Verbündeten bald einknicken dürfte. „Ich denke nicht, dass sie noch lange durchhalten können“, sagte er vor Reportern im Oval Office.

Manche Experten vermuten indes, dass den USA vorher selbst die Puste ausgehen könnte, weil die kostspielige Dauerbelastung des Kriegs für Trumps Regierung eine innenpolitische und wirtschaftliche Hypothek vor den wichtigen Parlamentswahlen im November ist. Auf die Frage, ob eine Einigung zur Öffnung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus erreicht worden sei, sagte Trump, er sei in Verhandlungen eingebunden. „Es könnte bald sein.“ Unabhängig von den USA hatten der Iran und der ebenfalls an die Meerenge grenzende Oman zuvor bekanntgegeben, kurz vor einer Einigung für die blockierte Straße von Hormus zu stehen.

Anders als von Trump suggeriert nähren die nächtlichen Angriffe in Saudi-Arabien nun Befürchtungen, dass sich der ohnehin schon komplexe Konflikt im Nahen Osten ausweiten könnte. Das sunnitische Königreich kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Huthi-Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs ist nun auch dieser Konflikt aufs Neue eskaliert.

Sieben der elf Verletzten seien saudi-arabische Staatsbürger, die bei dem Beschuss in der Region Nadschran unter anderem Verbrennungen erlitten hätten, teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki in der Nacht auf X mit. Zudem seien zwei Staatsbürger Ägyptens und jeweils einer aus Pakistan und dem Jemen bei den „terroristischen Huthi-Angriffen“ am Donnerstag verletzt worden.

Die Huthi hatten den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings auch danach weiterhin.

Vor einigen Wochen eskalierten die Kämpfe mit Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa. Die Huthi griffen in der Folge auch mehrere saudische Schiffe an oder zwangen sie zumindest zu Kurswechseln. Am Donnerstag wurden bei Attacken der Huthi im Jemen dann Regierungskreisen zufolge mehrere Menschen getötet und verletzt. Die Miliz habe mit Raketen und Drohnen Einrichtungen der Streitkräfte in den jemenitischen Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Saudi-Arabien rechnet mit Angriffen

Saudi-Arabien wappnet sich nun Berichten zufolge für größeres Ungemach. Demnach sollen einige Mitglieder irakischer Milizen in Abstimmung mit den Huthi-Rebellen planen, den Golfstaat „in sehr naher Zukunft“ unter Anleitung der iranischen Revolutionsgarden anzugreifen. Verschiedene Medien wie der US-Sender CNN beriefen sich dabei auf einen saudi-arabischen Beamten, der auf Geheimdienstberichte aus den USA, Saudi-Arabien und anderen Ländern der Nahost-Region verwiesen habe.

Der Beamte sagte laut CNN, durch die geplanten Angriffe sollten Fortschritte in den Verhandlungen über eine Beendigung des Iran-Kriegs sabotiert werden. Potenzielle Ziele seien überwiegend „zivile und wirtschaftliche Einrichtungen“ wie Energieanlagen, Häfen und Flughäfen. Trotz der Berichte werde Saudi-Arabien seine Deeskalationsbemühungen mit irakischen Behörden fortsetzen.

Der Streit um die Straße von Hormus und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, sind wesentliche Gründe, warum der Krieg zwischen den USA und dem Iran zuletzt wieder eskalierte. Nun steht der Iran nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung mit dem Oman über die Schifffahrt durch die Meerenge.

Übereinstimmenden Berichten zufolge soll der Iran eine Art Rundkurs ins Spiel gebracht haben: Schiffe könnten dabei auf einer nördlichen Route durch die Meerenge in den Persischen Golf einfahren und ihn auf einer südlichen Route entlang der Küste des Omans wieder verlassen. An den Verhandlungen der beiden Golfstaaten sollen die USA nicht beteiligt gewesen sein. Die Rede ist nun von einer Übergangslösung, während der vom Iran verlegte Seeminen beseitigt werden könnten.

Mit ihren Angriffen auf den Iran hatten die USA die später von Trump angeprangerte Blockade der Straße von Hormus selbst ausgelöst – vor Ausbruch des Krieges Ende Februar konnten Schiffe noch ungehindert durch die Meerenge fahren, die normalerweise eine wichtige Route für den Export von Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten ist. Derzeit wird sie faktisch vom Iran kontrolliert.

Nach Darstellung des Weißen Hauses sollen Schiffe bei einer möglichen Übergangslösung die Meerenge gebührenfrei befahren können. „Alle temporären Routen werden ohne jegliche Hindernisse befahrbar sein – das heißt, es sind keine Genehmigungen oder Erlaubnisse erforderlich und es werden keine Mautgebühren oder Gebühren erhoben“, betonte ein ranghoher US-Beamter auf Anfrage. Er verwies darauf, dass die Meerenge eine internationale Wasserstraße sei.

Am heutigen Freitag wird der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zu Gesprächen in Saudi-Arabien erwartet. Dort ist unter anderem ein Treffen mit dem saudi-arabischen Kronprinzen und faktischen Herrscher des Königreichs, Mohammed bin Salman, und mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif geplant. Über Inhalte wurde offiziell zunächst nichts bekannt. Laut regionalen Quellen soll eine gemeinsame Verteidigungsvereinbarung unterzeichnet werden.

Die Länder bemühen sich als Vermittler im Krieg zwischen dem Iran und den USA um Deeskalation. Pakistan versucht, beide Seiten dazu zu bewegen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

Quelle: ntv.de, are/dpa

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