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Neue Kampfjet-Allianz von acht Rüstungsfirmen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 11, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 11.06.2026 • 18:22 Uhr

Nach dem Aus des französisch-deutschen Kampfflugzeug-Projekts FCAS will ein Zusammenschluss deutscher Unternehmen ein neues Luftkampf-System für Europa entwickeln. Daran beteiligt ist auch die Rüstungssparte von Airbus.

Eine Allianz von acht Rüstungsunternehmen will die Entwicklungen für eine Nachfolge des Kampfflugzeugs Eurofighter vorantreiben. Nach dem Aus des gemeinsamen französisch-deutschen Kampfflugzeug-Projekts FCAS präsentierten die Unternehmen heute ihre Allianz „Team Gen 6“. Daran beteiligt sind die Rüstungssparte von Airbus, MTU, Hensoldt, MBDA, Autoflug, Diehl Defence, Liebherr sowie Rohde und Schwarz.

Die Industrieunternehmen decken verschiedene Kompetenzen ab, um ein neues europäisches Luftfahrtsystem entwickeln zu können, das bemannte Kampfflugzeuge mit unbemannten Drohnen in einem militärischen Datennetz verbinden soll. Nach Angaben der Allianz gibt es bereits eine enge Verzahnung mit Partnern der spanischen Rüstungsindustrie. Die Initiatoren planen keinen deutschen Alleingang, sondern setzen auf die Beteiligung anderer europäischer Partner. Wie es nun im Detail weitergeht, ist indes noch offen.

Industrie mahnt Tempo an

„Wir dürfen keine Zeit verlieren, müssen von deutscher Seite Verantwortung übernehmen sowie Handlungsfähigkeit zeigen und den Weg zu einem luftgestützten vernetzten Waffensystem mit einem starken Führungsanspruch konsequent weiter beschreiten“, heißt es in einem Positionspapier der Unternehmen, das heute im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin veröffentlicht wurde.

Der Chef der Rüstungssparte des Flugzeugbauers Airbus, Michael Schöllhorn, mahnte Tempo an bei einem europäischen Nachfolgeprojekt von FCAS. „Jetzt müssen wir aufs Gaspedal treten“, sagte Schöllhorn bei einer Diskussionsveranstaltung am Rande der ILA. Er betonte, dass eine zusätzliche Beteiligung weiterer europäischer Länder und Partner auf effiziente Weise geschehen müsse, „da wir durch das, was Anfang der Woche beendet wurde, bereits etwas Zeit verloren haben.“

FCAS nach jahrelangen Vorbereitungen gestoppt

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass neun Jahre nach der Ankündigung eines gemeinsamen Kampfjets das FCAS-Projekt beendet wurde. FCAS steht für „Future Combat Air System“. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron seien zu der Einschätzung gekommen, dass die beteiligten Unternehmen Dassault und Airbus beim geplanten Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht zusammenfanden.

Damit ist das bislang ambitionierteste europäische Rüstungsprojekt endgültig gescheitert. Den Startschuss für das prestigeträchtige Projekt hatten die damalige Kanzlerin Angela Merkel und Macron im Juli 2017 gegeben. Der gemeinsame Kampfjet sollte eigentlich in Deutschland den Eurofighter und in Frankreich den Rafale-Jet ablösen. Doch die Vorstellungen von den Fähigkeiten eines Kampfjets lagen zwischen den Partnern Deutschland und Frankreich beziehungsweise Airbus und Dassault offensichtlich zu weit auseinander.

Mit Informationen von Johannes Frewel, rbb.

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