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Startseite»Politik»Norwegen: Marius Borg Høiby zu vier Jahren Haft verurteilt
Politik

Norwegen: Marius Borg Høiby zu vier Jahren Haft verurteilt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 15.06.2026 • 10:16 Uhr

Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin soll für vier Jahre hinter Gitter. Ein Gericht verurteilte Marius Borg Høiby für zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, ist von einem Gericht in Oslo zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Von zwei von insgesamt vier Vergewaltigungsvorwürfen nach norwegischem Recht sprach ihn das Gericht frei. Darüber hatte zunächst die Zeitung „Verdens Gang“ berichtet.

Für die anderen zwei wurde er laut Gericht verurteilt. Vier Frauen muss der Norweger eine Entschädigung zahlen, darunter zwei Ex-Freundinnen. Høiby verfolgte das Urteil aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gerichtssaal mit, sondern über eine Videoschalte aus dem Gefängnis.

Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden. Dafür haben beide Seiten zwei Wochen Zeit.

Anklage in 40 Punkten

In dem Prozess, der von Anfang Februar bis Mitte März verhandelt worden war, war Høiby in insgesamt 40 Punkten angeklagt gewesen. Die Staatsanwaltschaft hielt ihn in 39 Punkten für schuldig und wollte den Norweger für sieben Jahre und sieben Monate hinter Gittern sehen.

Høibys Verteidiger hatten dagegen zum Abschluss der Gerichtsverhandlung einen Freispruch von den Vergewaltigungs-Vorwürfen gefordert und auf eineinhalb Jahre Haft für ihren Mandanten plädiert.

Vorwürfe: Drogen, Gewalt, Missbrauch

Mehrere der Taten hatte der 29-Jährige gestanden. Dabei geht es etwa um Fälle von Körperverletzung und Vandalismus, Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Freundin, verschiedene Verkehrsdelikte sowie den Transport von 3,5 Kilo Marihuana.

Die vorgeworfenen Vergewaltigungen von vier Frauen, während diese schliefen, hatte Høiby dagegen bestritten. Als er mit den Frauen zusammen war, hatte Høiby diese gefilmt und fotografiert. Foto- und Videoaufnahmen auf den Handys des Norwegers hatten in der Beweisführung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle gespielt. Die Verteidigung hatte während des Prozesses Zweifel an der Glaubwürdigkeit von einem der mutmaßlichen Opfer gesät.

Norwegisches Königshaus in der Kritik

Høiby versuchte während des Prozesses und danach mehrfach, aus der U-Haft freizukommen. Auch kurz nach der Urteilsverkündung startete er noch einmal einen Versuch, diesmal mit Verweis auf den Gesundheitszustand seiner Mutter Mette-Marit. Die Kronprinzessin leidet an einer unheilbaren Lungenkrankheit und braucht nach Angaben des norwegischen Hofs ein Spenderorgan. Ihr Zustand hatte sich in den vergangenen Monaten demnach dramatisch verschlechtert.

Der Prozess fand außerdem vor dem Hintergrund weiterer negativer Schlagzeilen über die Königsfamilie statt, nachdem bekannt geworden war, dass Mette-Marit in der Vergangenheit Kontakt zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte. Sie hat sich öffentlich für diese Verbindung entschuldigt und erklärt, sie habe mit dem Aufrechterhalten des Kontakts zu ihm ein schlechtes Urteilsvermögen bewiesen.

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