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Startseite»Politik»Papst Leo XIV. zu Spanien-Reise in Madrid eingetroffen
Politik

Papst Leo XIV. zu Spanien-Reise in Madrid eingetroffen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 6, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 06.06.2026 • 18:32 Uhr

Eine Woche reist der Papst durch Spanien. Gleich zu Beginn hat er zu Frieden und Dialog aufgerufen – und würdigte das spanische Engagement für Frieden. Für Leo XIV. ist es der erste Besuch in einem größeren europäischen Land außerhalb Italiens.

Es war ein herzliches Willkommen für Papst Leo XIV. in Spanien: Erst durch das Königspaar Felipe VI. Letizia sowie dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, anschließend durch Zehntausende Menschen in den Straßen Madrids.

In seiner Ansprache im Königspalast rief Leo XIV. dazu auf, die Spaltung der Gesellschaft nicht weiter zu vertiefen. Die „Flammen der Polarisierung“ dürften nicht angeheizt werden. Der Papst appellierte an die Spanier, insbesondere an die politische Führung des Landes, auf Polemik zu verzichten und in die Erziehung junger Menschen zu investieren, damit diese Vielfalt und Komplexität wertschätzten.

„Heute scheint die Versuchung, durch das Schüren von Polarisierung an Popularität zu gewinnen, eher gewachsen als abgenommen zu haben, und die Menschenwürde wird weiterhin verletzt“, sagte Leo XIV. Die spanische Regierung würdigte er in einer Rede für deren „Engagement für den Frieden“ – auch „wenn derzeit manche leider die Botschaft des Friedens für naiv“ hielten.

Papst kritisiert Vorgehen der USA

Mit Kritik am Vorgehen Israels und der USA gegen den Iran hatte der Papst in der Vergangenheit mehrfach den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen. So hatte Leo XIV., der selbst aus der US-Stadt Chicago stammt, in seiner Osterbotschaft gesagt, Christen könnten nicht an der Seite derer stehen, die „heute Bomben abwerfen“.

Trump hatte das Kirchenoberhaupt daraufhin als „schwach“ und „schrecklich in der Außenpolitik“ bezeichnet und ihm unterstellt, sich mit einem Land gemein zu machen, „das eine Atomwaffe will“.

Auch die linksgerichtete spanische Regierung steht den Angriffen der USA und Israels im Iran skeptisch gegenüber. Sánchez hatte dem US-Militär unter anderem untersagt, Stützpunkte in Spanien für die Angriffe zu nutzen. Damit hatte er sich ebenfalls Kritik Trumps eingehandelt. Außerdem hatte Sánchez das Vorgehen Israels im Gazastreifen wiederholt einen „Völkermord“ genannt.

Treffen mit Missbrauchsopfern geplant

Während des siebentägigen Aufenthalts des Papstes in Spanien sind eine Reihe weiterer Termine geplant, unter anderem ein Treffen mit Opfern sexuellen Missbrauchs. Auf dem Flug nach Madrid bezeichnete er die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche als eine „weiterhin offene Wunde“.

Im März hatten die linksgerichtete Regierung und die Kirche in Spanien nach jahrelangen Verhandlungen ein Abkommen zur Entschädigung von Opfern sexueller Übergriffe geschlossen. Eine Untersuchungskommission hatte die Zahl der Opfer seit dem Jahr 1940 mit mehr als 200.000 angegeben.

König Felipe VI. würdigte den Papst in diesem Zusammenhang für dessen „Klarheit und Entschlossenheit“. Beides sei wichtig „für den Prozess der Heilung und Wiedergutmachung“, sagte er weiter. Nach dem Empfang will der Papst ein Obdachlosenheim in Madrid besuchen, bevor für den Abend eine Gebetswache vor dem Bernabéu-Stadion von Real Madrid geplant war.

Weitere Stationen der Reise

Am Sonntagvormittag hält Leo XIV. eine Messe vor dem Madrider Rathaus, zu der rund eine Million Besucher erwartet werden. Am Montag spricht er vor dem spanischen Parlament. Damit ist er der erste Papst, der vor beiden Kammern des spanischen Parlaments eine Rede halten will.

Weitere Stationen der Reise sind Barcelona und die Kanaren. Auf das Interesse junger Menschen an der katholischen Kirchen angesprochen sagte Leo XIV. viele verspürten „eine Leere und einen Mangel an Sinn“. Sein Besuch könne womöglich dazu beitragen, „etwas zu wecken, was sie selbst noch nicht genau benennen können“.

Neben Papst auch Rapstar Bad Bunny in Madrid

„Wenn man sie fragt, ob sie Bad Bunny oder den Papst sehen wollen, würden sich viele wohl für Bad Bunny entscheiden. Aber ich glaube, es werden auch einige hier sein, um den Papst zu sehen“, fügte der Papst mit Blick auf den US-Sänger Bad Bunny hinzu, der derzeit mehrere Konzerte in Madrid gibt.

Spanien ist traditionell eine Bastion des Katholizismus in Europa, die Zahl der Gläubigen ist in den vergangenen Jahrzehnten aber deutlich zurückgegangen. Laut einer Umfrage bezeichnen sich 53 Prozent der Spanier als katholisch – etwa 20 Prozentpunkte weniger als vor 15 Jahren.

Nur 16 Prozent der Spanier halten sich für praktizierende Katholiken. Der letzte Papstbesuch in Spanien liegt schon viele Jahre zurück: Benedikt XVI. hatte 2010 das Land besucht und war im folgenden Jahr nochmal für den Weltjugendtag angereist.

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Dr. Heinrich Krämer
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