Präsident schwärmt
Afrikas Verband ist offen für Infantinos WM-Verkauf
30.07.2026 | 06:22 Uhr
Während das Entsetzen vor allem in Europa groß ist, reagiert der afrikanische Fußballverband wohlwollend auf den Plan von FIFA-Boss Gianni Infantino, die WM teilweise zu verkaufen. CAF-Präsident Patrice Motsepe schwärmte schon früher von seinem Kollegen.
Afrikas Fußballverband steht den Investorenplänen der FIFA offen gegenüber. Die Confédération Africaine de Football (CAF) forderte ihre Mitgliedsverbände auf, den Vorschlag zu prüfen und sich am Konsultationsprozess zu beteiligen. CAF-Präsident Patrice Motsepe berief für die kommende Woche eine Sitzung des Exekutivkomitees ein.
Die CAF sei „entschlossen, den Dialog und die Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsverbänden, der FIFA, anderen Fußballkonföderationen und Interessengruppen fortzusetzen, um die finanziellen und sonstigen Ressourcen für die Entwicklung und das Wachstum des Fußballs in Afrika und weltweit zu stärken“, hieß es in der Mitteilung des Kontinentalverbands.
Mit 54 Mitgliedsverbänden besitzt die CAF einen großen Stimmenblock innerhalb der FIFA. Nach der Kritik aus Nord- und Mittelamerika (CONCACAF), Europa (UEFA) sowie Asien (AFC) ist sie zudem die erste, die sich dem Vorhaben von FIFA-Präsident Gianni Infantino offen gegenüber zeigt. Motsepe hatte im Anschluss der Weltmeisterschaft öffentlich von Infantino geschwärmt und dessen „Schlüsselrolle“ in der Entwicklung des afrikanischen Fußballs gepriesen.
Die FIFA mit ihrem Chef Infantino plant, Anteile der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Infantino, der unter anderem „höhere Zahlungen an die Mitgliedsverbände“ verspricht, möchte hierfür die Tochtergesellschaft FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen. Der Weltverbandspräsident hat den 211 Mitgliedsverbänden in einem Schreiben, das ntv/RTL vorliegt, eine Frist bis zum 19. September gesetzt, um den Plänen zuzustimmen. Eine einfache Mehrheit reicht aus, um die Vorhaben umzusetzen – jeder Mitgliedsverband hat eine Stimme.
WM-Deal für viele FIFA-Mitglieder „kaum zu widerstehen“
Auf die Kritik reagierte Infantino mit Verteidigung, der geplante Einstieg externer Geldgeber sei eine „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Vor allem aus Europa kamen Vorwürfe, die FIFA wolle sich die Zustimmung ihrer Mitgliedsverbände mit lukrativen Sonderzahlungen quasi erkaufen und habe für deren Entscheidung bewusst eine knappe Frist gesetzt – die Rede war von Bestechung, von Erpressung und einem Ausverkauf des Sports.
Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid
