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Politik

Rekordtemperaturen in Frankreich mit sieben Toten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 26, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 26.05.2026 • 18:09 Uhr

Die Bretagne ist nicht die heißeste Gegend Frankreichs – doch selbst hier gibt es jetzt Temperaturen von weit über 30 Grad. Das Land erlebt eine historische Hitzewelle – mit massiven Risiken.

Cai Rienäcker

In der sonst zu dieser Jahreszeit eher noch frischen Hafenstadt Saint-Malo in der Bretagne steuerte das Thermometer heute erneut auf die Marke von 34 Grad zu. Ähnlich hohe Temperaturen gibt es in Rennes. Hinter den erstaunten Einheimischen und Touristen liegen die ersten Tropennächte des Jahres, noch bevor der Sommer überhaupt begonnen hat.

Katou Blaise ist Krankenpflegerin in der Notaufnahme an der Uniklinik von Rennes: „Wir bekommen sehr viele ältere Menschen eingeliefert, die dehydriert sind.“

Auch im westfranzösischen Nantes hat der französische Wetterdienst heute schon 36 Grad gemessen, noch deutlich mehr als gestern, als mit 34,3 Grad bereits ein neuer Temperaturrekord für einen Monat Mai in der Stadt aufgestellt wurde. Die bisherigen Höchstmarken für die Jahreszeit purzeln nur so dahin – in Brest, Angers oder auch im südwestfranzösischen Bergerac.

Historische Werte

Der staatliche Wetterdienst Météo-France konstatierte auch auf nationalem Niveau für gestern die höchsten Temperaturwerte, die es in Frankreich seit Beginn der Aufzeichnungen für einen Monat Mai gegeben hat. Der Klimatologe Matthieu Sorel von Météo-France sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Wir reden hier natürlich von einer außergewöhnlichen, historisch beispiellosen Episode. Alle Superlative sind zugelassen, um diese aktuelle Wetterphase zu beschreiben.“

Bei Météo-France betont man, dass diese Hitzeniveaus zu dieser Jahreszeit eine eindeutige Folge des Klimawandels seien. Vor 30 oder 40 Jahren wären solche Temperaturen im Mai noch nicht möglich gewesen, hieß es.

Fünf Tote bei Badeunfällen

Die französische Regierungssprecherin Maud Bregeon sprach bereits von sieben Todesfällen, die „direkt oder indirekt mit der aktuellen Hitzewelle in Verbindung gebracht werden können“. Fünf Menschen davon sollen bei Badeunfällen gestorben sein, die zwei anderen beim Sport in Paris und im Großraum Lyon.

Schon gestern hatte die zuständige Präfektur bekannt gegeben, dass an der französischen Atlantikküste eine 56 Jahre alte Deutsche am Pfingstwochenende ums Leben kam, als sie von starken Strömungen ins Meer hinausgerissen wurde. Auch im Großraum Paris strömten die Menschen an die Ufer von Flüssen und Seen und verursachten zahlreiche kritische Situationen.

Auch French Open betroffen

Auch bei den zurzeit in Paris stattfindenden French Open setzt die Hitze den Tennisspielern und dem Publikum zu. Auf den Sandplätzen von Roland Garros wurden 33 Grad gemessen. Die französische Presse fragt sich schon, ob nicht nur die Partien jetzt immer wieder unterbrochen werden müssen, sondern ob das Turnier bei dieser Hitze überhaupt wie gewohnt fortgeführt werden kann.

Hinzu kommt, dass sich mit der Hitze auch die Luftwerte verschlechtern. Im Großraum Paris und im Rhone-Tal wurden erste Ozon-Grenzwerte überschritten. In Südfrankreich haben die Feuerwehren bereits zu erhöhter Wachsamkeit vor Waldbränden aufgerufen. Die Risikolage würde demnach bereits der eines Monats Juli entsprechen.

Besucher bei den French Open in Paris suchen Abkühlung im Sprühnebel.

Temperaturen sollen weiter steigen

Die französische Gesundheitsministerin Stéphanie Riss warnte davor, dass von der aktuellen Hitzewelle auch für junge Menschen Risiken ausgehen würden, etwa für Sportler. Acht Departements waren heute bereits in der zweithöchsten Hitzewarnstufe, bei der vor gesundheitlichen Gefahren gewarnt wird. Morgen soll die Zahl auf 13 erhöht werden.

Für Donnerstag hat Premierminister Sébastien Lecornu sein Kabinett zu einer Sitzung eingeladen, um eine erste Bilanz zu ziehen. Die Hitzewelle dehnt sich derweil weiter in den französischen Südwesten aus. Météo-France kündigte an, dass die Temperaturen in Frankreich in den nächsten Tagen sogar „örtlich 38 bis 39 Grad“ erreichen könnten.

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