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Startseite»Nachrichten»Rückendeckung aus Afrika: Infantino bleibt im Amt, die UEFA bleibt unversöhnlich
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Rückendeckung aus Afrika: Infantino bleibt im Amt, die UEFA bleibt unversöhnlich

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 6, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Rückendeckung aus Afrika

Infantino bleibt im Amt, die UEFA bleibt unversöhnlich

07.08.2026 | 00:36 Uhr

Gianni Infantino denkt nicht an Rückzug. Nach dem Fifa-Krisentreffen holt er lieber zum Gegenangriff aus. Der Unterstützung aus Afrika kann sich der Präsident sicher sein, die UEFA hält dagegen den Druck aufrecht und erstmals äußert sich auch ein weiterer Verband kritisch.

Gianni Infantino setzte sein breitestes Grinsen auf und präsentierte sich bester Laune, nachdem er am Mittwoch in einer Krisensitzung in der marokkanischen Hauptstadt Rabat FIFA-intern Rückendeckung erfahren hatte. Doch womöglich verging dem angezählten Weltverbandspräsidenten das Lachen schnell wieder, denn die UEFA bleibt unversöhnlich und machte abermals deutlich: Ein Weiter so soll es mit ihr nicht geben.

Der europäische Verband teilte mit, dass er seinen Boykott der Weltmeisterschaften der Männer und Frauen aufrechterhalten werde. „Die Verbände der UEFA haben sich sehr deutlich zu den Bedingungen geäußert, an die sie ihre Nichtteilnahme an FIFA-Wettbewerben geknüpft haben“, hieß es in einer Erklärung. „Erstens mussten die Pläne zur Veräußerung der großen Wettbewerbe zurückgezogen werden, und zweitens muss die Zusicherung erfolgen, dass derartige Versuche, den Sport auf diese Weise zu verunstalten, nie wieder unternommen werden. Diese Bedingungen wurden nicht erfüllt.“

Auch der südamerikanische Verband CONMEBOL äußerte sich erstmals seit Bekanntwerden der Privatisierungspläne kritisch über das Gebaren des FIFA-Präsidenten. Dagegen darf Infantino weiter auf Rückhalt aus Afrika zählen. Das Exekutivkomitee des Kontinentalverbandes CAF „bekräftigte“ auf X „einstimmig seine Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino und dankte ihm für seine über Jahre hinweg geleistete, unermüdliche Unterstützung des afrikanischen Fußballs“.

Fifa stellt sich hinter Infantino

Die Zeichen stehen somit auf weitere Eskalation, denn die FIFA und ihr Alleinherrscher Infantino hatten am späten Mittwochabend nach einem angedeuteten Fehlereingeständnis schnell zum Gegenangriff auf die Kritiker ausgeholt. „Die FIFA wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen“, drohte der Weltverband. In die Öffentlichkeit wurde nach der Notfallsitzung das Bild eines internen Schulterschlusses transportiert.

Generalsekretär Mattias Grafström und die anwesenden Mitglieder der Geschäftsführung bekräftigten in der fast 500 Wörter langen Stellungnahme „ihre uneingeschränkte Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino – den einzigen Amtsträger, der von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden gewählt wurde“. Gleichzeitig betonte Infantino selbst „seine volle Unterstützung für den FIFA-Generalsekretär und die FIFA-Administration“.

Beim Gruppenspiel des Afrika-Cups der Frauen zwischen Malawi und Sambia in Rabat präsentierte sich der Schweizer lächelnd und winkend auf der Tribüne. Er zeigte sich gemeinsam mit den Council-Mitgliedern Fleetwood Fouzi Lekjaa und Hany Abo Rida, posierte mit den Verbandspräsidenten der beteiligten Nationalteams für Fotos. Die Partie verfolgte er im Stade El Barid Seite an Seite mit Generalsekretär Grafström, der sich zuvor in einem internen Schreiben von ihm distanziert haben soll. 

Nun zeigten beide gemeinsam demonstrativ den erhobenen Daumen in die Kameras. „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Ergebnisse der heutigen Sitzung die Governance der FIFA stärken und dazu beitragen werden, das Vertrauen in die Organisation wiederherzustellen“, schrieb Infantino unter das entsprechende Foto bei Instagram. Es sei nun wieder möglich, „uns auf einheitliche und transparente Weise auf die bevorstehenden Großveranstaltungen und Herausforderungen vorzubereiten“.

Was Infantino vor Gericht bringen könnte

Dabei waren wenige Stunden zuvor noch Gerüchte aufgekommen, wonach Infantino Marokko das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 versprochen habe. Im Gegenzug verlange er Unterstützung durch das Land, dies berichtete die Times unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Der Weltverband dementierte dies.

Nicht viel Raum für Selbstkritik

Die Selbstkritik nach dem geplatzten Investorendeal fiel derweil knapp aus. Beim Projekt FIFA Forward Enterprise (FFE) seien „Fehler unterlaufen“, räumte die FIFA nebulös und lapidar ein. Intern sei das Ziel nun, die „Prozesse (…) hinsichtlich ihrer Effektivität und Effizienz“ kontinuierlich zu verbessern. Es herrsche Einigkeit darüber, „dass es nicht die Absicht war, dem FIFA-Rat und den FIFA-Mitgliedsverbänden das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass das Verfahren anders hätte gehandhabt werden müssen.“ 

In einem separaten Schreiben an den FIFA-Rat und die FIFA-Mitgliedsverbände sei für diese Fehler um Entschuldigung gebeten und zugesichert worden, „dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen werden“. Es werde nun zwar eine Überprüfung durchgeführt, generell seien sämtliche Maßnahmen aber „in voller Übereinstimmung mit dem Regelwerk der FIFA“ erfolgt.

Verwendete Quellen: ntv.de, ino/sid

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