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Startseite»Politik»Selenskyj schickt polnischen Orden zurück
Politik

Selenskyj schickt polnischen Orden zurück

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 20.06.2026 • 21:19 Uhr

Im Streit um die Umbenennung einer ukrainischen Armeeeinheit hatte der polnische Präsident seinem ukrainischen Amtskollegen die höchste polnische Auszeichnung aberkannt. Nun schickte Selenskyj den Orden per Post zurück.

Im Streit zwischen Polen und der Ukraine um die Weltkriegs-Vergangenheit hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen „Orden des Weißen Adlers“ zurück nach Warschau geschickt. Die höchste polnische Auszeichnung hatte ihm zuvor der polnische Präsident Karol Nawrocki entzogen.

Er verstehe, dass der Orden des Weißen Adlers eine besondere Ehrung darstelle, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. „Es ist ein Symbol des höchsten Vertrauens der Republik Polen.“ Ein derartiges Symbol brauche Verdienst, aber auch Respekt für die Werte, die die Basis der Gesellschaft formen. „Wenn daher die Ansicht besteht, dass dieses besondere Symbol bei (Zarin) Katharina II., bei (Italiens Diktator) Benito Mussolini und (Ex-Bundeskanzler) Gerhard Schröder verbleiben darf, dann haben wir dem in der Ukraine nichts entgegenzusetzen“, schrieb Selenskyj weiter.

Streit um Beinamen für Armeeeinheit

Selenskyj hatte die höchste Auszeichnung Polens 2023 von Nawrockis Vorgänger Andrzej Duda verliehen bekommen, um die Freundschaft zwischen Polen und der Ukraine angesichts der russischen Aggression gegen Kiew zu unterstreichen. Ende Mai löste Selenskyj dann ein Zerwürfnis zwischen den beiden Ländern aus, als er einer Armeeeinheit den Beinamen „Helden der UPA“ verlieh.

Die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) kämpfte nach dem Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetherrschaft. Während des Krieges hatten die Bewaffneten aber Massaker an Zehntausenden Polen und Juden in der heutigen Westukraine verübt. Selenskyjs Entscheidung hatte daher für große Empörung in Polen gesorgt.

Nawrocki hatte in einer Erklärung allerdings beteuert, die Aberkennung sei „nicht gegen die ukrainische Nation gerichtet“ und ändere nichts an der strategischen Ausrichtung der polnischen Sicherheitspolitik.

Tusk: „Frontlinie verläuft anderswo“

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, ein politischer Rivale von Nawrocki, forderte die beiden Staatschefs auf, „die Gemüter zu beruhigen und die Spannungen nicht weiter anzufachen“. „Die Frontlinie verläuft anderswo“, schrieb Tusk in den sozialen Medien. Der Konflikt zwischen Polen und der Ukraine „freut Putin und schockiert unsere Verbündeten“.

Auf X versuchte der ukrainische Präsident nun die Wogen zu glätten. Sein Land werde weiterhin offen sein „alle sinnvollen Formate der Zusammenarbeit“, um widersprüchliche Auslegungen der schwierigen und schmerzhaften Kapitel der gemeinsamen Vergangenheit zu vermeiden, schrieb er.

2023 überreichte der damaliga Präsident Andrzej Duda Wolodymyr Selenskyj den „Orden des Weißen Adlers“ für seine Verdienste um die Vertiefung der Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine.

Andere Politiker geben polnische Auszeichnungen zurück

Zugleich zeigten sich aber andere ukrainische Politiker mit Selenskyj solidarisch. Der ukrainische Präsidentenberater Kyrylo Budanow sowie der ukrainische Botschafter in Warschau, Wasyl Bodnar, erklärten, sie würden ebenfalls Auszeichnungen zurückgeben, die sie von Polen erhalten hätten.

Budanow erklärte, die Aberkennung von Selenskyjs Orden komme Russland zugute. „Das ist ein Geschenk für den Moskauer Aggressor, der es mit Sicherheit gegen unsere beiden Länder einsetzen wird“, schrieb er in Onlinediensten. Botschafter Bodnar bezeichnete Nawrockis Schritt als eine „Geste, die sich gegen das gesamte ukrainische Volk richtet“.

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