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Startseite»Politik»Sind die Spritpreise noch zu bremsen?
Politik

Sind die Spritpreise noch zu bremsen?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 14.09.2026 • 10:31 Uhr

Der Schock an den Zapfsäulen ist zurück. Wegen der Eskalation im Nahen Osten werden Benzin und Diesel immer teurer – am Wochenende gab es ein neues Allzeithoch. Auch die Preise für Heizöl steigen deutlich.

Die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten hat die Spritpreise weiter nach oben getrieben. Zu Wochenbeginn zahlen Autofahrerinnen und Autofahrer Daten der ARD zufolge im Schnitt 2,25 Euro für einen Liter Superbenzin der Sorte E10 – ein Plus von elf Cent im Vergleich zu Ende August.

Ein Liter Diesel kostete heute Morgen 2,38 Euro pro Liter und damit 20 Cent mehr als vor zwei Wochen. Das ergibt die SWR-Datenanalyse aller Kraftstoff-Preise der rund 15.000 deutschen Tankstellen.

Am Wochenende hatten die Spritpreise sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Der Liter Super E10 kostete am Sonntag laut ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro. Damit wurde der bisherige Höchstpreis von März 2022 übertroffen. Der Preis für Diesel stieg ebenfalls weiter an. Er erreichte am Sonntag laut ADAC 2,404 Euro pro Liter. Und ein Ende der Preisspirale in Deutschland ist nicht abzusehen.

Im Gegenteil, der eskalierende Konflikt im Nahen Osten sorgt dafür, dass die Preise für Rohöl hoch bleiben – was die Autofahrer oder Käufer von Heizöl umgehend zu spüren bekommen. Schon in der Nacht zum Freitag war der Preis für ein Fass der Nordsee-Referenzsorte Brent in Richtung 110 Dollar gestiegen. Aktuell werden rund 107 Dollar bezahlt.

Was können die Autofahrer tun?

Den Autofahrerinnen und Autofahrern bleibt also nichts anderes, als zu versuchen, Preisschwankungen möglichst auszunutzen. Spritpreise dürfen nur einmal am Tag um 12 Uhr mittags erhöht werden. Oftmals sind die Notierungen am späten Vormittag kurz vor den neuen Preisen am günstigsten – ein kurzer Blick könnte sich also lohnen.

Die hohen Spritpreise haben aber auch noch andere Folgen. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher interessieren sich für E-Autos, deren Absatz zuletzt deutlich gestiegen ist. Angefeuert wird dies auch noch dadurch, dass vor allem chinesische Anbieter verstärkt in den deutschen Markt drängen, was die hohen Preise für E-Autos bröckeln lässt.

Wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien attackiert

Hintergrund des jüngsten Preisschubs beim Öl derweil ist der Krieg zwischen Saudi-Arabien und den jemenitischen Huthi-Rebellen, die Iran nahestehen – der geografisch also auf der anderen Seite der arabischen Halbinsel stattfindet. Um der Sperrung der Straße von Hormus auszuweichen, hat Saudi-Arabien die Verschiffung über seine Häfen am Roten Meer verstärkt und nutzt dazu die Ost-West-Pipeline quer durch das Land.

Diese wurde zuletzt von den Rebellen attackiert, was das Königreich erheblich unter Druck setzt. Saudi-Arabien ist der größte Ölproduzent der Welt. Zudem wurde ein für heute geplantes Treffen zwischen Iran und den Golf-Anrainerstaaten im Oman, bei dem über die Lage in der Straße von Hormus verhandelt werden sollte, verschoben.

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