Sorgen der Anleger sind groß Rekordumsatz von Meta verpufft – Aktie stürzt wegen KI-Kosten ab
Im vergangenen Jahr investiert der Facebook-Konzern Meta gut 72 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. In diesem Jahr werden sich die Ausgaben verdoppeln. Für die Anleger zu viel des Guten: Sie werfen Meta-Aktien trotz eines Rekordumsatzes aus den Depots.
Die geplanten KI-Ausgaben und ein schrumpfender Cashflow überschatten das überraschend starke Umsatzwachstum von Meta. Der Umsatz des Facebook-Konzerns belief sich im zweiten Quartal auf 60,8 Milliarden Dollar, was einem Umsatzwachstum von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Zugleich hob Meta das untere Ende der Spanne für die geplanten Investitionen an. Das Unternehmen rechnet für 2026 mit Ausgaben zwischen 130 und 145 statt bisher 125 und 145 Milliarden Dollar. 2025 gab der Konzern gut 72 Milliarden Dollar aus.
Die Aktie des Facebook-Konzerns verlor im nachbörslichen US-Handel zeitweise mehr als neun Prozent. Anleger reagieren derzeit besonders sensibel auf die Budgetplanung für neue Rechenzentren.
Der Nettogewinn betrug im Zeitraum von April bis Juni 15,8 Milliarden Dollar und lag damit unter den Erwartungen der Analysten. Besorgniserregender war jedoch die Entwicklung des Cashflows: Dieser brach im zweiten Quartal um 91 Prozent auf 784 Millionen Dollar ein. Der Geldfluss zeigt an, wie viele Einnahmen tatsächlich in den Firmenkassen landen.
Für das laufende Vierteljahr stellt Meta einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar in Aussicht – auch das enttäuschte: Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 63 Milliarden Dollar gerechnet.
Das Unternehmen finanziert seine KI-Projekte über zusätzliche Schulden oder holt Investoren mit ins Boot. So übernimmt der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock 80 Prozent der Anteile an einer 14 Milliarden Dollar teuren Anlage, die derzeit im US-Bundesstaat Texas gebaut wird. An einem anderen Rechenzentrum beteiligt sich der Finanzinvestor Blue Owl.
Der bereinigte Gewinn je Aktie schrumpfte dagegen überraschend um 13 Prozent auf 6,18 Dollar. Hier machten sich Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 2,4 Milliarden bemerkbar. Der Betreiber von Facebook und Instagram muss sich unter anderem wegen des Designs seiner Apps in mehreren Verfahren vor Gericht verantworten. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, Nutzer gezielt süchtig zu machen. Im Frühjahr hatte ein US-Gericht Meta und Google zu Schadenersatzzahlungen verurteilt.
