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Startseite»Politik»SpaceX-Aktie nach Börsenstart auf Höhenflug
Politik

SpaceX-Aktie nach Börsenstart auf Höhenflug

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 12.06.2026 • 21:04 Uhr

Elon Musks Weltraumfirma SpaceX ist bei ihrem Rekord-Börsengang mit einem Plus in den Handel gestartet. Der erste Kurs wurde bei 150 Dollar festgestellt – nach einem Ausgabepreis von 135 Dollar. Musk kann sich nun erster Billionär der Welt nennen.

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX hat ein erfolgreiches Börsendebüt hingelegt. Beim größten Börsengang der Geschichte wurde der erste Kurs bei 150 US-Dollar festgestellt – gut elf Prozent über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar.

Das Unternehmen verkaufte rund 555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 Dollar – und nahm damit 75 Milliarden Dollar (64,8 Mrd. Euro) ein. Beim zuvor größten Börsengang hatte die saudi-arabische Ölfirma Aramco im Jahr 2019 gut 29 Milliarden Dollar eingenommen.

SpaceX war bereits zum Ausgabepreis mit 1,77 Billionen Dollar mehr wert als etwa der Facebook-Konzern Meta. Mit dem ersten Kurs von 150 Dollar gehörte die Firma zu den wertvollsten US-Unternehmen – nach Nvidia, Apple, der Google-Mutter Alphabet, Microsoft und Amazon. Der vom KI-Boom beflügelte Chip-Spezialist Nvidia ist die Nummer eins mit aktuell knapp fünf Billionen Dollar.

Investition in die Hoffnung

Trotz der hohen Erwartungen steht die enorme Bewertung im Kontrast zu den Fundamentaldaten des Raumfahrtunternehmens, das im vergangenen Jahr einen Verlust von fast fünf Milliarden Dollar schrieb – die Anleger zahlen eher für die Hoffnung auf künftige Erfolge.

Ein Grund für die roten Zahlen sind die hohen Kosten für die Entwicklung der großen Rakete Starship. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Rakete nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr kommerzielle Flüge absolvieren kann. Sie soll die Kosten für die Beförderung ins All deutlich senken und auch Satelliten für den Internetdienst Starlink in die Umlaufbahn bringen. Starlink ist der zentrale Geldbringer von SpaceX und machte im ersten Quartal 3,26 Milliarden Dollar Umsatz.

In der Zukunft soll allerdings Künstliche Intelligenz das größte Geschäft sein – auch durch Rechenzentren im All. Die Idee dahinter ist, dass die Sonne dort viel Energie liefern kann. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten, eine trotz der niedrigen Temperaturen im All schwierige Kühlung sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschädigen könne.

Im Börsenprospekt schätzte SpaceX den künftigen Gesamtmarkt für Künstliche Intelligenz inklusive Infrastruktur auf mehr als 26 Billionen Dollar – und führte das als eine Rechtfertigung für die hohe Bewertung an.

Testlauf für weitere Mega-Börsengänge

Für die Aktie wird eine baldige Aufnahme in den Nasdaq-100-Index erwartet. Dies dürfte eine zusätzliche Nachfrage von passiven Fonds und ETFs schaffen, die den Index abbilden. Der Handelsstart gilt als wichtiger Test für die New Yorker Börseninfrastruktur sowie für die Bereitschaft der Anleger, in weitere Mega-Börsengänge wie die der KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic zu investieren.

Einige Analysten rechnen damit, dass der Börsengang zu Umschichtungen in den Portfolios führen wird, bei denen Anleger andere Technologiewerte verkaufen, um in SpaceX zu investieren. Die Aktien anderer Raumfahrtunternehmen wie Rocket Lab, Intuitive Machines und Planet Labs gaben am Freitag um knapp sieben bis mehr als zehn Prozent nach.

Gegen den Börsengang gab es auch Protest – viele kritisieren die massive Konzentration von Vermögen.

Musk ist nun erster Billionär – auf dem Papier

Unternehmensgründer und Chef Elon Musk ist mit dem Börsengang zum ersten Menschen mit einem Billionen-Vermögen geworden. Er hält einen Anteil von rund 40 Prozent, der mit dem Kurs am Freitag mehr als 800 Milliarden Dollar wert ist.

Anteile und Optionen des ebenfalls von Musk geführten Elektroautobauers Tesla bringen ihn über die Marke von einer Billion Dollar (1.000.000.000.000 Dollar). Allerdings ist das alles Aktienvermögen, das von Kursschwankungen abhängig ist und nicht ohne weiteres zu Bargeld gemacht werden kann.

Musk wird mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent auch nach dem Börsengang die volle Kontrolle über SpaceX behalten. Basis dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten. Zum Handelsdebüt sagte Musk unter anderem, er habe SpaceX bei der Gründung eine Erfolgschance von zehn Prozent gegeben.

Kritik an wachsender Ungleichheit

Kritiker halten so viel Vermögen und Einfluss in der Hand eines einzigen Mannes für demokratiegefährdend. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres sagte, der Börsengang unterstreiche „das Problem der Ungleichheit“. Jene, die davon profitierten, müssten „alles in ihrer Macht Stehende tun, um alle anderen zu unterstützen“. Die Senatorin Elizabeth Warren von der Demokratischen Partei warnte, die Schere zwischen Reichen und Armen in den USA gehe immer weiter auseinander.

Umstritten ist auch Musk politisches Engagement: Er hatte nach Schätzungen fast 300 Millionen Dollar in den Wahlkampf von Donald Trump investiert und den Präsidenten zu Beginn von dessen zweiter Amtszeit im vergangenen Jahr beraten. Im letzten Bundestagswahlkampf unterstützte der gebürtige Südafrikaner in Deutschland zudem offen die AfD und mischt sich immer wieder auch in die britische Politik ein.

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