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Startseite»Politik»Toter Wal vor dänischer Insel: Gewebeproben sollen Klarheit bringen
Politik

Toter Wal vor dänischer Insel: Gewebeproben sollen Klarheit bringen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 15.05.2026 • 19:12 Uhr

Der vor der dänischen Insel Anholt aufgefundene Kadaver ist als Buckelwal identifiziert worden. Ob es sich um das in der Ostsee gestrandete Tier handelt, sollen nun Laboruntersuchungen zeigen.

Von Jana Sinram, ARD-Studio Stockholm

So etwas erleben auch die Menschen in Anholt selten: Im Wasser vor ihrer kleinen Insel mitten im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden liegt ein toter Wal – nur etwa 75 Meter vom Strand entfernt. „Gestern morgen kam jemand von den anderen Urlaubern und sagte, er habe einen Wal unten am Wasser gesehen“, erzählt Camping-Urlauber Claus Kirkeby. Sie seien dann zum Strand gegangen. „Und da lag er, etwa 300 Meter weiter die Küste hoch, und ziemlich weit draußen. Über Nacht ist er dann nochmal so 200, 300 Meter getrieben, und jetzt liegt er auch näher am Land“, berichtet er.

Auch für Morten Abildstrøm von der örtlichen Naturschutzbehörde ist es eine ungewöhnliche Situation. Er habe keine historischen Aufzeichnungen gefunden, dass schon mal ein Wal auf Anholt gestrandet wäre. „Es ist also eine kleine Sensation! Besonders, falls sich herausstellen sollte, dass es sich um Timmy handelt, diesen Wal aus der Richtung von Lübeck“, sagt er.

Es geht um jenen Buckelwal also, der im März immer wieder vor der deutschen Küste gestrandet war und den eine private Rettungsinitiative Anfang Mai vor der dänischen Nordspitze ins offene Meer entlassen hatte.

Gewebeproben entnommen

Von der Größe könnte es passen, sagt Abildstrøm. Er hatte den Kadaver aus der Nähe untersucht, vermessen und Proben aus der Schwanzflosse entnommen. Er sei sich zu 95 Prozent sicher, dass es sich bei dem rund 12 Meter langen Tier um einen Buckelwal handele. Die Proben aus der Biopsie werden laut Abildstrøm nun an Forscher in Deutschland und Dänemark geschickt. Wie lange es dauere, bis es Ergebnisse gebe, sei unklar.

Ein Teil der Proben soll demnach an ein Labor in Hannover gehen, allerdings frühestens am Montag. So oft fahre die Fähre nicht, so Abildstrøm. „Man wird also wohl erst im Laufe der der nächsten Woche erfahren, um was für einen Wal es sich handelt.“

Riesiges Medieninteresse an Wal

Einen GPS-Sender jedenfalls hat der Naturschützer an dem verendeten Tier nicht gefunden. Den hatte die private Rettungsinitiative nach eigenen Angaben an der Rückenflosse des Buckelwals angebracht. Verlässliche Daten sendete das Gerät jedoch offenbar nicht.

Angesichts des riesigen Medieninteresses stellte die dänische Umweltbehörde noch einmal klar, dass es bisher keine eindeutigen Anzeichen dafür gebe, dass es sich bei dem toten Buckelwal um dasselbe Tier handele, das zuvor in Deutschland gestrandet sei. Ausschließen könne man dies zum jetzigen Zeitpunkt aber ebenfalls nicht.

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