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Startseite»Politik»Ukraine beruhigt Bürger und Diplomaten nach Putin-Drohung
Politik

Ukraine beruhigt Bürger und Diplomaten nach Putin-Drohung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 26, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 26.05.2026 • 18:17 Uhr

Der Kreml droht ausländischen Botschaften in Kiew. In der Ukraine sehen viele darin lediglich einen Versuch, Panik auszulösen. Dennoch bleibt die Angst, Diplomaten könnten das Land verlassen.

Florian Kellermann

Das ukrainische Außenministerium versuchte zu beruhigen. Die Gefahrenlage habe sich nicht geändert, heißt es dort nach den Drohungen von Kremlchef Wladimir Putin.

„Ich habe persönlich 70 Leiter von diplomatischen Vertretungen eingeladen, Orte zu besuchen, wo es massiven Raketeneinschläge gegeben hat“, sagte Außenminister Andrij Sybiha bei einer Pressekonferenz. „Sie haben mit eigenen Augen die Folgen des Terrors gesehen, denn das waren Schläge gegen zivile Objekte. Andererseits haben sie auch gesehen, dass unsere Dienste so effektiv arbeiten, dass eine betroffene U-Bahn-Station schon weniger als einen Tag nach dem Angriff wieder in Betrieb war.“

Er spreche jetzt mit den westlichen Partnern, dass sie sich dem russischen Erpressungsversuch nicht beugen sollten, sagte Sybiha.

Hinweis auf schwache Position des Kreml?

Wenn westliche Diplomaten jetzt wirklich das Land verlassen sollten, wäre das ein sehr schmerzhaftes Signal für die Ukrainer, meint auch die ehemalige Ministerin für europäische Integration, Ivanna Klympusch-Zindzadse.

Es sei wichtig, dass sich die westlichen Diplomaten nicht so verhalten wie zu Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022. „Damals haben fast alle von ihnen Kiew verlassen“, sagt Klympusch-Zindzadse. „Das war ein sehr schlechtes Signal an die ukrainische Bevölkerung. Unser Gefühl damals war: Wir werden im Angesicht der Gefahr alleingelassen.“

Ein Element der psychologischen Kriegsführung

Die meisten ukrainischen Beobachter und Beobachterinnen ordnen die Aussage von Putin als Element der psychologischen Kriegsführung ein. Russland wolle Panik auslösen in der Ukraine.

Das verweise eher auf eine derzeit schwache Position des Kremls, so der Politologe Ihor Rejterowytsch im Radiosender NV: „Das alles kommt daher, dass sich die Situation an der Front für Russland deutlich verschlechtert hat.“ Außerdem bereiteten ihnen die Langstrecken-Schläge Probleme, die die Ukraine gegen strategisch wichtige Objekte auf russischem Staatsgebiet ausführe. „Deshalb kommen sie mit den Drohungen, wenden sich an die USA und die Botschaften in Kiew.“

Botschaften sind keine Kriegsziele

Andere ukrainische Kommentatoren meinen, dass Putin mit seiner Aussage Kriegsverbrechen ankündige. Denn Botschaften sind keine legitimen Kriegsziele. Außerdem sei es völkerrechtlich verboten, die Bevölkerung zu terrorisieren.

Der Politologe Rejterowytsch meint: Es sei gut, dass einige EU-Staaten schon klar gemacht haben, dass sie den Drohungen nicht nachgeben werden. So könne auch US-Präsident Donald Trump keine andere Entscheidung fällen, ohne sein Ansehen zu beschädigen, meint der Politologe.

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