Bei einem russischen Angriff in der Region Saporischschja sind der Ukraine zufolge mindestens 24 Menschen getötet worden. Präsident Selenskyj warf Moskau gezieltes Bombardement vor – demnach traf die Attacke ein Verteilzentrum für Hilfsgüter.
In der Region Saporischschja sind nach ukrainischen Angaben zahlreiche Menschen bei einem russischen Luftangriff getötet worden. Dies sei bei der Ausgabe von Hilfsgütern in einer Schule im Dorf Komyschuwacha geschehen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien mit. Dem Zivilschutz zufolge kamen mindestens 24 Menschen ums Leben.
Mindestens fünf Personen seien verletzt worden, es werde in den Trümmern nach weiteren Opfern gesucht. 27 Personen gelten als vermisst, erklärte der regionale Militärverwalter Mychajlo Semikin auf Telegram.
„Russland will keine Deeskalation“
„Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass Russland keine Deeskalation will“, schrieb Selenskyj. Zehn gelenkte Bomben seien in einem Gebiet eingeschlagen, in dem sich das als Verteilzentrum für Hilfsgüter genutzte Schulgebäude und eine nahegelegene Notunterkunft befanden.
Selenskyj warf Moskau gezieltes Bombardement vor. „Russland konnte nicht entgangen sein, dass die in Komyschuwacha verbliebenen Einwohner jede Woche eben dort humanitäre Hilfe erhalten.“ Eine Bombe sei direkt in einem Luftschutzkeller eingeschlagen.
Harte Reaktion gefordert
Nach der humanitären Feuerpause von Oleschky habe es einen Moment gegeben, nach dem die nächsten Schritte einen möglichen Frieden hätten zeigen können, so Selenskyj weiter. „Mit diesen Morden hat Russland ein absolut gegensätzliches Signal gegeben: Russland zählt auf weitere Morde.“ Der Präsident forderte eine weltweite „starke und harte“ Reaktion.
Komyschuwacha befindet sich etwa 25 Kilometer östlich von Saporischschja und ist gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Region Saporischschja ist seit Monaten immer wieder Ziel schwerer russischer Angriffe.
Bei einer Attacke auf die Großstadt Saporischschja Mitte Oktober wurden 23 Menschen getötet, darunter vier Minderjährige. Auch Lagergebäude in der Region wurden immer wieder bombardiert.
