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Startseite»Politik»Ukraine: Russische Drohne trifft Passagierzug nach Warschau
Politik

Ukraine: Russische Drohne trifft Passagierzug nach Warschau

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.09.2026 • 16:03 Uhr

In der Ukraine ist ein Passagierzug von Kiew nach Warschau von einer russischen Drohne getroffen worden. Verletzt wurde dabei niemand. Polen ist nach dem Angriff unmittelbar an seiner Grenze alarmiert.

Eine russische Drohne hat in der Ukraine einen Passagierzug auf dem Weg von Kiew nach Warschau getroffen. Nach übereinstimmenden Angaben aus der Ukraine und Polen wurde bei dem Angriff nahe der polnischen Grenze niemand verletzt. Die ukrainische Regierung wirft Russland einen gezielten Angriff vor. Polen zeigte sich angesichts der Attacken unmittelbar an seiner Grenze besorgt.

Nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn wurde die Lokomotive des Passagierzugs am Sonntag beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen. Die Passagiere seien rechtzeitig evakuiert worden. Nach Angaben des polnischen Bahnbetreibers PKP Intercity befanden sich 206 Fahrgäste an Bord.

Selenskyj spricht von gezieltem Angriff

Die Lokomotive geriet nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj durch den Angriff in Brand. Zudem sei eine Tankstelle beschädigt worden. Selenskyj warf Moskau vor, den Zug absichtlich angegriffen zu haben.

Der Zug konnte seine Fahrt später fortsetzen. Die polnische Eisenbahn teilte mit, sie habe ihn mit mehr als sechs Stunden Verspätung von der ukrainischen Seite übernommen.

Ukraine warnt vor Angriffen auf Bahnnetz

Die ukrainische Staatsbahn warf Russland unterdessen systematische Angriffe auf das Eisenbahnnetz des Landes vor. Wegen landesweiter Attacken seien das Überwachungszentrum und das gesamte Personal der Bahn in höchster Alarmbereitschaft. Die Bahngesellschaft warnte vor möglichen Evakuierungen und Zugverspätungen sowie Umleitungen.

Selenskyj erklärte, Russland habe neben Bahnanlagen auch Energieinfrastruktur und Wohngebäude angegriffen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte härtere Konsequenzen für Moskau. Die russischen Angriffe an der polnisch-ukrainischen Grenze seien mehr als eine Fortführung der Attacken auf die Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin trage seinen „Terror“ damit direkt an die Türen der EU und der NATO, schrieb Sybiha auf X.

„Putin eskaliert“

Auch die polnische Regierung reagierte alarmiert. „Putin eskaliert“, schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. Regierungschef Donald Tusk berief für den Nachmittag eine Krisensitzung der zuständigen Minister und Sicherheitsdienste ein. Polen nehme die Ereignisse „äußerst ernst“, erklärte Innenminister Marcin Kierwinski.

Nach Angaben des polnischen Verteidigungsministers Radoslaw Kosiniak-Kamysz schlug eine Drohne rund einen Kilometer von der polnischen Grenze entfernt ein, eine weitere in etwa fünf Kilometern Entfernung. Polnische F-16-Kampfjets und ein Aufklärungsflugzeug überwachten demnach die Situation. Der polnische Luftraum sei nicht verletzt worden.

Von den Angriffen war offenbar auch ein Sonderzug mit deutschen und britischen Politikern betroffen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ musste der privat gecharterte Zug, wegen der Angriffe in der Nähe des Grenzübergangs, teilweise evakuiert werden. An Bord waren demnach der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter, sowie der frühere britische Premierminister Boris Johnson. Beide waren zu Beratungen in Kiew gewesen.

Die Bahnverbindung zwischen Polen und der Ukraine ist auch für Reisen westlicher Politiker nach Kiew von Bedeutung. Wegen des gesperrten ukrainischen Luftraums erfolgt die Anreise in die Hauptstadt häufig mit dem Zug.

Moskau bestätigt Angriffe auf Bahninfrastruktur

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Die angegriffenen Objekte dienten nach Darstellung Moskaus dem Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen die russische Invasion. Bei russischen Angriffen wurden wiederholt auch Bahnhöfe und andere Teile der Eisenbahninfrastruktur beschädigt. Dabei gab es in der Vergangenheit auch Tote und Verletzte.

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