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Startseite»Politik»Urteil gegen Høiby – ein Schlag für die Königsfamilie
Politik

Urteil gegen Høiby – ein Schlag für die Königsfamilie

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 15.06.2026 • 14:31 Uhr

Norwegens Königshaus rutscht tiefer in die Krise: Für vier Jahre soll der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit hinter Gitter. Verurteilt wurde Høiby unter anderem für zwei Vergewaltigungen. Offenbar will er in Berufung gehen.

Jana Sinram

Bei der Verkündung des Urteils vor dem Osloer Bezirksgericht kommt Richter Jon Sverdrup Efjestad recht schnell zu dem Punkt, der alle am meisten interessiert. Er liest die Paragrafen im Strafrecht vor, gegen die Marius Borg Høiby nach Ansicht des Gerichts verstoßen hat, und verkündet dann das Strafmaß gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin: Vier Jahre Gefängnis – für 34 der insgesamt 40 Anklagepunkte, in denen das Gericht Høiby für schuldig befindet.

Verurteilt wird er unter anderem wegen Gewalt gegen eine Ex-Freundin und zwei der insgesamt vier Vergewaltigungsvorwürfe, die er in dem Prozess allesamt bestritten hatte. Darunter ist auch der prominenteste Fall, der sich 2018 auf dem Wohnsitz der Kronprinzenfamilie in Skaugum abgespielt hatte. Das Gericht hatte ein Video der sexuellen Handlungen ausgewertet, das der älteste Sohn der Kronprinzessin selbst gemacht haben soll.

„Das Gericht hält es für zweifelsfrei erwiesen, dass die Geschädigte während der Aufnahmen schlief“, so Richter Efjestad. „Sie hatte die Augen geschlossen, lag über einen längeren Zeitraum in derselben Position und zeigte keine Reaktion auf die Berührungen. Es gab keine Geräusche oder Bewegungen, die darauf hindeuten würden, dass sie wach war.„

Urteilsverkündung verfolgte Høiby aus dem Gefängnis

Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen nach norwegischem Recht spricht das Gericht Høiby dagegen frei. In beiden Fällen gebe es keine hinreichenden Beweise, so der Richter zur Begründung. Einige weniger schwerwiegende Delikte hatte der Sohn der norwegischen Kronprinzessin in dem Verfahren zugegeben, darunter Drogenbesitz und Fahren ohne Führerschein. Die Urteilsverkündung verfolgte der 29-Jährige per Video aus dem Gefängnis. Seine Anwälte hatten dies mit seinem Gesundheitszustand begründet.

Høiby sei auf den Schuldspruch vorbereitet gewesen, so sein Verteidiger Petar Sekulic. „Er war schließlich angeklagt, und unter diesen Umständen ist es doch selbstverständlich, sich mental auf alles vorzubereiten.“ Er beantragte unmittelbar nach dem Urteil erneut die Freilassung seines Mandanten aus der Untersuchungshaft – und verwies auf den schlechten Gesundheitszustand von dessen Mutter.

Ein Berufungsgericht hatte Høibys Freilassung kürzlich abgewiesen. Verteidigerin Ellen Holager Andenæs: „Das ist für ihn in dieser Situation sehr, sehr wichtig. Und deshalb versuchen wir noch einmal, ihn freizubekommen.“

Expertin: Urteil trifft Königsfamilie hart

Kronprinzessin Mette-Marit leidet an einer schweren Lungenerkrankung und steht seit Kurzem auf der Warteliste für eine Transplantation. Das Urteil gegen ihren Sohn treffe die Königsfamilie hart, ist sich die norwegische Königshausexpertin Kristi Marie Skrede sicher – auch wenn Marius nicht Teil der Thronfolge ist.

„Vier Jahre Haft. Das ist natürlich sehr ernst für Marius Borg Høiby, und für das ganze Königshaus“, sagt Skrede. „Wir haben ja alle diese Berichte gesehen. Die Zustimmung für das Königshaus in Umfragen ist zurückgegangen, das Vertrauen hat gelitten, auch wegen anderer Sachen. Es ist eine historisch schwierige Zeit für das Königshaus.“

Denn kurz vor Prozessbeginn war auch bekannt geworden, dass Mette-Marit früher Kontakt zu dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte. Das Urteil gegen ihren Sohn ist noch nicht rechtskräftig. Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben nun zwei Wochen Zeit, um Berufung einzulegen. Wie inzwischen bekannt wurde, wollen Høibys Verteidiger laut norwegischen Medien Berufung einlegen.

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