Verhängnisvoller Laborunfall28-jährige Russin stirbt in Ostsibirien an der Pest
Die Pest gilt als Geißel der Menschheit. Europa ist dem Ende der Dritten Pandemie Mitte des 20. Jahrhunderts pestfrei. Doch in Russland infiziert sich eine 28-Jährige mit dem tödlichen Erreger. Zum Verhängnis wird ihr offenbar ein zerbrochenes Reagenzglas in einem Labor.
In der russischen Region Irkutsk in Ostsibirien ist eine Frau an den Folgen einer Pesterkrankung gestorben. Der Gouverneur der Region Burjatien, Alexeij Zydenow, erklärte am Freitag, in der Nachbarregion Irkutsk sei eine Frau an der Pest gestorben. Örtliche Medien berichten, es handele sich bei der Toten um die 28-jährige Labortechnikerin Daria Tschipilowa. Berichten zufolge starb sie in einem Krankenhaus in der Stadt Schelechow. Dutzende Menschen befinden sich in Quarantäne.
Nach Angaben des Onlinemediums „Menschen vom Baikal“ arbeitete die Frau für das Institut zur Pestbekämpfung von Irkutsk. Eine Woche vor ihrem Tod soll ein Reagenzglas zerbrochen sein. Dieses habe den Erreger der Lungenpest enthalten, heißt es. Wahrscheinlich habe sich die 28-Jährige auf diese Weise angesteckt.
Kurze Zeit nach dem Vorfall soll Tschipilowa begonnen haben, sich unwohl zu fühlen, und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Am frühen Morgen des 2. Oktobers verstarb die junge Frau.
Den Berichten zufolge haben die Behörden von Irkutsk einen Tag vor ihrem Tod begonnen, alle Personen, die Kontakt zu Tschipilowa hatten, zu beobachten und zu untersuchen. Bis zu 200 Menschen wurden unter Quarantäne gestellt, wie das Portal berichtet. „Alle identifizierten engen Kontaktpersonen wurden unter ärztliche Beobachtung gestellt“, erklärte der Gouverneur der Region Irkutsk. „Bis heute zeigen die engen Kontaktpersonen keine Krankheitsanzeichen, und ihre Laborergebnisse sind negativ.“
Das russische Gesundheitsministerium hat bisher keine Stellungnahme zu dem Vorfall veröffentlicht. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Die Pest ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Die Lungenpest ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hochansteckend und kann tödlich verlaufen, wenn sie nicht umgehend behandelt wird.
Die Pest gehört zu den hartnäckigsten Seuchen der Menschheitsgeschichte. Ihre zweite, längere Ära, die sogenannte Zweite Pestpandemie, begann Mitte des 14. Jahrhunderts mit dem Schwarzen Tod und zog sich über Jahrhunderte durch Europa. Seit dem Ende der Dritten Pandemie Mitte des 20. Jahrhunderts ist Europa pestfrei.
