Die Huthi-Miliz hat mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen. Mehr als 70 Menschen wurden laut örtlichen Behörden verletzt. Das saudisch angeführte Militärbündnis spricht von einer „gefährlichen Eskalation“ und droht mit Vergeltung.
Bei einer Reihe von Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz sind in Saudi-Arabien nach dortigen Angaben 73 Menschen verletzt worden. Zivile und wirtschaftliche Ziele in Chamis Muschait, Nadschran und weiteren Städten im Süden des Königreichs seien getroffen worden.
Im Süden Saudi-Arabiens seien an mehreren Energie-Einrichtungen Feuer ausgebrochen, teilte das saudische Energieministerium mit. Der Betrieb sei zum Teil vorübergehend eingestellt worden.
Wann die Angriffe erfolgten, ist unklar. Ein Sprecher des saudisch angeführten Militärbündnisses, das seit Jahren im Jemen gegen die Huthi kämpft, äußerte sich dazu nicht. Er sprach von einer „gefährlichen Eskalation“ und einer „eklatanten Verletzung der Souveränität“ Saudi-Arabiens. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. Man werde „alle notwendigen Schritte“ unternehmen, um die Bedrohung aus dem Jemen auszuschalten.
Huthi spricht von Reaktion auf saudische Angriffe
Die von Iran unterstützten Huthi reklamierten die Angriffe für sich. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari sagte in einer Videobotschaft, die Miliz habe Dutzende ballistische Raketen und Drohnen gegen Öl- und Wirtschaftsanlagen sowie einen Luftwaffenstützpunkt eingesetzt. Demnach richteten sich die Angriffe unter anderem gegen einen großen Industrie- und Logistikstandort in Dschasan, Einrichtungen des Ölkonzerns Aramco in Nadschran und Abha sowie den Luftwaffenstützpunkt König Chalid in Chamis Muschait.
Sie seien eine Reaktion auf jüngste saudische Angriffe auf ein Gefängnis in der nordjemenitischen Provinz al-Dschauf. Dabei seien mindestens sieben Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Unter den Toten sei ein Kind. Saudi-Arabien äußerte sich bislang nicht dazu. Die Angaben der Huthi und Saudi-Arabiens lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Zehntausende Menschen durch Kämpfe im Jemen vertrieben
Im Jemen kämpfen die von Iran unterstützten Huthi seit mehr als zehn Jahren gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe.
Im Zuge des Iran-Kriegs ist aber auch der Konflikt im Jemen erneut aufgeflammt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden bislang mindestens 150.000 Menschen getötet. Zudem haben die Kämpfe nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration bisher etwa 18.500 Menschen in den Provinzen Tais und Hudaida aus ihren Wohnorten vertrieben.
