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Politik

Vorschläge an Bundesregierung: Das sind die Empfehlungen der Rentenkommission

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 20.06.2026 • 19:42 Uhr

Die Altersbezüge stabil halten, bei einer immer älter werdenden Bevölkerung – wie kann das gehen? Eine Expertenrunde hat fünf Monate lang nach Lösungen gesucht. Das sind nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios die Vorschläge der Rentenkommission.

Moritz Rödle

Die Rentenkommission hat das gesamte deutsche Vorsorgesystem durchleuchtet. Fast wöchentlich haben sich die Mitglieder in den vergangenen fünf Monaten zu langen Sitzungen getroffen. Das Ziel: ein gemeinsamer Vorschlag, um die deutsche Rente zukunftssicher zu machen.

Besonders im Fokus: Die Altersversorgung von Menschen mit niedrigen Einkommen zu sichern – und dabei das System nachhaltig zu finanzieren. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios sind dabei rund 30 Empfehlungen entstanden, die in der Rentenkommission zwischen Unions- und SPD-Seite politisch geeint wurden.

Mehr Menschen sollen einzahlen

Grundsätzlich schlägt die Kommission vor, dass mehr Menschen ins System einzahlen sollen. Dafür sollen mittel- und langfristig Selbstständige, Beamte und Abgeordnete ins gesetzliche Rentensystem einzahlen. Das soll für alle, die neu in diese Berufsgruppen kommen, verpflichtend gelten.

Ausgenommen sind Berufsgruppen, die eigene Versorgungswerke haben. Bei Beamten könnte das aber länger dauern als bei Selbstständigen. In einer Übergangsphase sollen aber die Beamtenpensionen näher an das Rentensystem herangeführt werden. Zum Beispiel könnte sich die Höhe der Pension an längeren Bezugszeiten als bisher orientieren. Dann wäre nicht mehr das Gehalt am Berufsende alleine ausschlaggebend für die Höhe der Pension.

Teil der Beiträge soll in Fonds fließen

Außerdem empfehlen die Experten eine kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Modell. Diese soll verpflichtend für alle eingeführt werden. Die Auszahlung wäre anders als im bisher geltenden Umlageverfahren individuell für jeden anders.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen sich jeweils zu gleichen Teilen an der Finanzierung beteiligen. Das könnte nach Ansicht der Kommission für alle, die nach 2040 in Rente gehen, höhere Renten bringen. Verwaltet werden soll die neue Säule in einem Staatsfonds.

Bis das der Fall ist, soll es einen staatlichen Ersatzmechanismus geben. Dieser soll mit Steuergeld ausgleichen, dass die kapitalgedeckte Säule zunächst noch keine Erträge abwerfen wird. Damit soll sichergestellt werden, dass für alle aktuellen und die künftigen Rentner die Rentenzahlungen über dem heutigen Niveau liegen.

Rentenalter an Lebenserwartung koppeln

Künftig soll sich der Renteneintritt an der Lebenserwartung orientieren. Für heute 30-Jährige könnte das bedeuten, das sie statt mit 67 erst im Alter von 68 Jahren regelgerecht in Rente gehen könnten. Sinkt die Lebenserwartung, könnte dadurch aber auch das Renteneintrittsalter sinken. Das soll regelmäßig überprüft werden.

Der Kommission schwebt vor, dass das Verhältnis Arbeitsjahre zu Rentenjahre ungefähr bei 2:1 liegen sollte. 40 Jahren als Beitragszahler sollten statistisch gesehen 20 Jahre als Rentner folgen. Die Rente mit 70 ist damit aber zunächst vom Tisch. Und auch von der sogenannten Rente mit 63 will sich die Kommission verabschieden.

Ob Menschen früher in Rente gehen können, soll nicht mehr von der Zahl der Beitragsjahre abhängen, sondern vom individuellen Gesundheitsstatus. Die Idee dahinter: Kranke Menschen haben ein höheres Risiko, früher zu sterben. Deshalb sollen sie früher in Rente gehen können.

Beiträge sollen weniger stark steigen

Die Veränderung beim Renteneintrittsalter und bei den zusätzlichen Beitragszahlern soll sich dämpfend auf mögliche Beitragssteigerungen auswirken. Und auch das Rentenniveau soll davon profitieren. In der Kombination mit der kapitalgedeckten Säule nach schwedischem Modell könnten die Rentenbeiträge aber steigen.

Außerdem hat sich die Kommission auch über Menschen in der Grundsicherung Gedanken gemacht. Sie sollen dank größerer Rentenfreibeträge künftig mehr Rentenzahlungen behalten dürfen – und dadurch insgesamt mehr Geld zu Verfügung haben.

Am kommenden Dienstag wollen Arbeitsministerin Bärbel Bas und Bundeskanzler Friedrich Merz das Ergebnis der Rentenkommission offiziell vorstellen. Dann wird sich zeigen, ob wirklich alle mit dem Kompromiss der Kommission leben können.

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