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Startseite»Politik»VW-Werk Osnabrück soll Rüstungsstandort werden
Politik

VW-Werk Osnabrück soll Rüstungsstandort werden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 7, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 07.09.2026 • 14:29 Uhr

Volkswagen will das Werk Osnabrück an den israelischen Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen verkaufen. Künftig sollen dort Rüstungsgüter gefertigt werden. Drei Viertel der Jobs könnten so erhalten werden.

Volkswagen zieht sich vom Standort Osnabrück zurück. In dem Werk, das zuletzt im Rahmen der Neuausrichtung des Konzerns zur Disposition stand, sollen zukünftig Rüstungsgüter produziert werden.

VW, das Land Niedersachsen und der israelische Investor Aurelius Capital haben Eckpunkte für einen Verkauf vereinbart, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Nach dem Ende der Auto-Produktion 2027 soll der Standort schrittweise zu einem „Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen“ entwickelt werden.

Volkswagen hatte im Dezember 2024 beschlossen, die Fertigung des T-Roc-Cabrios in dem ehemaligen Karmann-Werk in Osnabrück im Sommer 2027 auslaufen zu lassen.

1.400 Arbeitsplätze sollen gesichert werden

Die Vereinbarung ist noch kein vollzogener Verkauf, sie bildet demnach aber die Grundlage für die nächsten Schritte. „Dazu gehören die Festlegung der künftigen Verantwortlichkeiten, die wirtschaftliche und organisatorische Ausgestaltung sowie die Vorbereitung des möglichen Übergangs“, hieß es. Der Vollzug stehe unter dem Vorbehalt abschließender Vereinbarungen, erforderlicher Gremienbeschlüsse und behördlicher Prüfung.

Den Plänen zufolge übernimmt der auf Rüstungsprojekte spezialisierte israelische Fonds Aurelius die Mehrheit an dem Werk, das Land Niedersachsen eine Minderheit. Die Details für das Geschäft sollen in den kommenden Monaten ausgehandelt werden, wie die Beteiligten weiter erklärten. Die jetzt angesteuerte Lösung bietet nach Angaben des Betriebsrats eine Zukunft für knapp 1.400 der derzeit insgesamt 1.800 Beschäftigten. Somit würden rund drei Viertel der Belegschaft mit einer Anschlussperspektive versorgt.

Ein direkter Verkauf war wegen der Bedenken des VW-Großaktionärs Katar nicht zu machen gewesen. Das Emirat hat ein besonderes Verhältnis zu Israel, weil es auch Kontakte zur radikal-islamistischen Hamas unterhält. Katar ist nach den Familien Porsche und Piech und dem Land Niedersachsen der drittgrößte VW-Aktionär und verfügt über 17 Prozent der Stimmrechte.

Luftverteidigungssysteme für Iron Dome

Als erstes Projekt sollen in der Fabrik Luftverteidigungssysteme des israelischen Iron-Dome-Herstellers Rafael produziert werden. Iron Dome ist ein mobiles, bodengestütztes System zur Abwehr von Raketen und Mörsergranaten aus kürzester Reichweite. Rafael produziert auch das System Iron Beam, eine Laserwaffe gegen Ziele in der Luft. In Deutschland gehört unter anderem der Panzerfaust-Hersteller Dynamit Nobel Defense zum Rafael-Konzern.

„Deutschland und Europa müssen ihre Fähigkeiten stärken und unabhängiger werden. Niedersachsen will dazu beitragen, dass daraus Wertschöpfung und sichere Beschäftigung entstehen“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies.

Rafael-Chef Yoav Tourgeman sagte, Ziel sei eine langfristige industrielle Partnerschaft mit der Idee, dass die Technik für den Schutz Deutschlands und Europas vollständig in Deutschland produziert werde. Die Kooperation soll den Weg für weitere Partnerschaften und Projekte unter dem Dach der neuen Gesellschaft ebnen.

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Dr. Heinrich Krämer
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