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Startseite»Nachrichten»Wettlauf um neue Giro-Kunden: Wenn Banken bis zu 250 Euro Prämie für einen Kontowechsel zahlen
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Wettlauf um neue Giro-Kunden: Wenn Banken bis zu 250 Euro Prämie für einen Kontowechsel zahlen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 13, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Wettlauf um neue Giro-KundenWenn Banken bis zu 250 Euro Prämie für einen Kontowechsel zahlen

13.08.2026, 11:59 Uhr

Ein Gastbeitrag von Max Herbst
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Um neue, aktive Kunden zu gewinnen, zahlen die Banken inzwischen sogar Prämien von mehreren Hundert Euro. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

In nur zehn Minuten das Girokonto wechseln und dafür ein paar Hundert Euro einstreichen? Das ist durchaus möglich. Warum Banken immer intensiver um neue Giro-Kunden buhlen und wer von diesem Trend profitieren kann.

Nicht nur beim Tagesgeld hat sich der Wettbewerb um Neukunden in den vergangenen Monaten intensiviert: Viele Geldhäuser bemühen sich inzwischen auch intensiv darum, der Konkurrenz die Giro-Kunden abspenstig zu machen. Um neue, aktive Kunden zu gewinnen, zahlen die Banken inzwischen sogar Prämien von mehreren Hundert Euro für einen Wechsel. Und der soll, dank digitalem Wechselservice, in einer knappen Viertelstunde erledigt sein. Einige Banken machen die Nutzung dieses Service sogar schon zur Voraussetzung für die Prämienzahlung, da sie dadurch bereits eine Menge über den neuen Kunden erfahren.

In der Datenbank der FMH-Finanzberatung finden sich derzeit 28 Banken, die Neukundenprämien zwischen 25 und 250 Euro ausschütten. Allerdings können nicht alle Wechselwilligen von diesen Aktionen gleichermaßen profitieren. Zum einen sind viele Neukundenaktionen zeitlich begrenzt. Zum anderen koppeln die Banken sie oft an einen bestimmten Geldeingang pro Monat. Zudem müssen viele Neukunden ihre Einwilligung erteilen, dass die Bank sie kontaktieren darf, um ihnen (weitere) Finanzprodukte anzudienen.

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Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt. (Foto: FMH)

Das Girokonto als Zugang zum Kunden

Dass die Banken so viel investieren, um ein vermeintlich langweiliges Girokonto an den Mann oder die Frau zu bringen, mag auf den ersten Blick verwundern. Bei genauerem Hinsehen allerdings ergibt dieses Vorgehen sehr viel Sinn. Laut Bundesbank-Statistik dümpeln derzeit etwa 2,5 Billion Euro auf deutschen Girokonten herum. Banken können dadurch erhebliche Summen realisieren. Zum Beispiel, wenn sie die Guthaben bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zwischenparken. Dafür erhalten sie aktuell 2,25 Prozent Zinsen. Hochgerechnet macht das rund 56 Milliarden Euro an Zinserträgen für die gesamte Bankenwelt. Fairerweise ist an dieser Stelle allerdings zu erwähnen, dass den Banken durch die Kontoführung und das Vorhalten der erforderlichen IT-Kapazitäten auch hohe Kosten entstehen.

Welche Beträge der Giro-Durchschnittskunde einbringt, lässt sich über den Medianwert ermitteln. Er liegt je nach Alter der Neukunden zwischen 1400 und 3100 Euro. Nimmt man den Medianwert der Altersgruppe von 35 bis 44, hat jeder Kontoinhaber pro Monat 2600 auf dem Konto. In diesem Fall würde die EZB monatlich 4,80 Euro an die Bank überweisen. Wenn man dann noch bedenkt, dass viele Banken eine monatliche Kontoführungsgebühr verlangen und vielfach noch an jedem einzelnen Buchungsvorgang verdienen, ist ein Girokonto für viele Banken ein lukratives Geschäft. Hinzu kommt, dass sich mit gut betuchten Giro-Kunden noch etliche weitere Geschäfte machen lassen – von der Geldanlage (Tagesgeld, Festgeld und Investmentanlagen) über mögliche Ratenkredite bis hin zur Baufinanzierung.

Und selbst die weniger solventen Kunden bringen den Banken noch Geld – zum Beispiel, wenn ein Kunde ins Minus rutscht. Angesichts eines Dispozins von rund 10,8 Prozent laut FMH-Mittelwert lohnt sich sogar das.

Wer welche Neukundenprämien erhält

Doch nicht nur die Geldhäuser profitieren, wenn Kunden ein neues Girokonto eröffnen. Wechselwillige, die sich die richtige Bank aussuchen, können ebenfalls ihren Schnitt machen, wenn sie die Voraussetzungen der verschiedenen Banken erfüllen.

  • So zahlt zum Beispiel die Openbank (ehemals Santander) 250 Euro, wenn ein Kunde bis 31. August 2026 ein Girokonto eröffnet und den Kontowechselservice des Instituts in Anspruch nimmt.

  • Die Berliner Volksbank zahlt Neukunden im achten Monat nach dem Wechsel 200 Euro aus, wenn diese ab dem zweiten Monat nach Kontoeröffnung mindestens fünf Monate lang einen Geldeingang von 700 Euro oder mehr pro Monat verzeichnen. Zudem muss der Kunde erlauben, dass ihn die Bank telefonisch oder per Mail zu Marketingzwecken anspricht.

  • Die ING zahlt ebenfalls 200 Euro, allerdings nur, wenn die Kontoeröffnung bis zum 30. September 2026 erfolgt und der Kunde sich „Tipps für Sie persönlich“ erteilen lässt. Zudem müssen die Neuzugänge sich wenigstens einmal in die ING-App einloggen und mindestens zwei aufeinanderfolgende Geldeingänge nachweisen: Die Mindestsummen liegen bei 1000 Euro für Neukunden über 28 Jahren beziehungsweise 700 Euro für die jüngeren.

  • Die 1822direkt überweist 170 Euro, wenn Wechselwillige zum 30. August 2026 das Girokonto beantragen wurde, den Wechsel bis zum 14. September vollziehen und bis zum Jahresende mindestens zwei aufeinander folgende Geldeingänge von 700 Euro oder mehr ersichtlich sind.

Im besten Fall profitieren beide Seiten

Fazit: Bis auf die Revolut Bank, die immerhin 80 Euro für einen Wechsel zahlt, verlangen alle in der FMH-Datenbank gelisteten Banken, dass Neukunden ihr neues Konto aktiv nutzen. Je kleiner die Bonuszahlung ausfällt, desto geringer sind allerdings Mindestvorgaben, um die Prämie zu erhalten.

Dass die Banken sich viel von neuen Giro-Kunden versprechen, zeigt sich auch daran, dass Neukundenaktionen beim Tagesgeld inzwischen oft an die Eröffnung eines Girokontos gekoppelt sind. Im Tagesgeld-Vergleich der FMH werden diese Zusatzbedingungen alle vermerkt. Hier beispielhaft zu nennen: Norisbank, ING, BBVA, Sparda-Bank Nürnberg oder auch die DKB. Für Kunden muss das kein Nachteil sein. Man sollte sich nur bewusst machen, dass die Geldhäuser ihre Superzinsen oder üppigen Neukundenprämien nur deshalb zahlen, weil sie sich mit von den Neukunden weitere Geschäfte versprechen.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Quelle: ntv.de

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