Zinshoffnungen beflügelnS&P 500 klettert auf Rekordhoch
Die Inflation verlangsamt sich, das bestätigen jetzt auch die jüngsten Daten zu den US-Erzeugerpreisen. Den Aktienmärkten gibt das Rückenwind. Erneut liegt der Fokus auf KI-Werten. Für den Netzwerkausrüster Cisco geht es dagegen abwärts.
Die Hoffnung auf eine Zinspause der US-Notenbank Fed und Kursgewinne bei schwergewichtigen Technologie-Aktien haben dem S&P 500 am Donnerstag zu einem Rekordhoch verholfen. Der breit gefasste Index stieg um 0,7 Prozent und beendete den Handel bei 7799 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 26.803 Zähler. Der Leitindex Dow Jones legte um 0,1 Prozent auf 53.840 Punkte zu.
Nach den Verbraucherpreisen gestern stützten neue Konjunkturdaten die Erwartung, dass die Fed die Zinsen auf ihrer September-Sitzung nicht anheben wird. Die US-Erzeugerpreise blieben im Juli unverändert. Die Güterpreise waren gefallen und die Kosten für Dienstleistungen nur geringfügig angestiegen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nahm in der vergangenen Woche zugleich moderat zu, was auf einen stabilen Arbeitsmarkt hindeutet. Händlern zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen im kommenden Monat unverändert lässt, bei 63 Prozent.
Bei den Einzelwerten standen erneut die Profiteure des Booms rund um Künstliche Intelligenz (KI) im Fokus. Die Aktien der Speicherchip-Hersteller Sandisk und Micron Technology kletterten um 13,7 beziehungsweise 4,2 Prozent. Microsoft legte um knapp ein Prozent zu, die Papiere der Facebook-Mutter Meta gewannen 2,8 Prozent.
Tech-Boom hält an
Starke Prognosen von Unternehmen wie Microsoft und Amazon hatten in den vergangenen Wochen die Sorgen der Anleger über massive Ausgaben für KI-Rechenzentren gelindert. „Der von den KI-Gewinnen getriebene Tech-Boom hält an“, sagte Jay Hatfield, Chef der Investmentfirma Infrastructure Capital Advisors. Es handele sich um einen Gewinn-Boom und nicht um eine Blase. Die Aktien des KI-Cloud-Anbieters Coreweave gaben dagegen um 1,3 Prozent nach, nachdem sie am Vortag wegen einer angehobenen Investitionsprognose um 19 Prozent in die Höhe geschossen waren.
Auf den Ausblick von Cisco reagierten die Anleger enttäuscht. Die Aktien des Netzwerkausrüsters fielen um 8,4 Prozent, da die Umsatzprognose des Unternehmens die hohen Erwartungen der Investoren nicht erfüllen konnte. Die Papiere von Tapestry brachen sogar um mehr als 16 Prozent ein, nachdem der Eigentümer der Marke Coach ein verhaltenes jährliches Umsatzwachstum in Aussicht gestellt hatte.
Die Aktien von Netflix kletterten dagegen um 5,4 Prozent. Zuvor war bekannt geworden, dass der Milliardär und Investor Bill Ackman im Rahmen eines großen Portfolio-Umbaus bei dem Streaming-Anbieter eingestiegen ist. Starke Quartalszahlen des chinesischen Computerherstellers Lenovo zogen zudem die US-Konkurrenten Dell und HP mit nach oben, deren Aktien um 2,1 und 6,9 Prozent stiegen.
Ungeachtet der schwierigen Situation in der Straße von Hormus gaben die Ölpreise nach. Der Preis der Nordseesorte Brent fiel am Rohstoffmarkt um rund zwei Prozent auf 87,07 Dollar pro Barrel (159 Liter). Die geopolitischen Spannungen blieben derweil hoch. Der Iran und die USA stecken einem hochrangigen iranischen Insider zufolge bei den Bemühungen um eine dauerhafte Beendigung des Iran-Krieges in einer Sackgasse. Der Schiffsverkehr durch die wichtige Straße von Hormus sei weiterhin stark eingeschränkt.
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