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Startseite»Nachrichten»0,5 Prozent Ersparnis mit Risiko: Brot für die Welt: Deutschland setzt viel aufs Spiel
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0,5 Prozent Ersparnis mit Risiko: Brot für die Welt: Deutschland setzt viel aufs Spiel

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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0,5 Prozent Ersparnis mit RisikoBrot für die Welt: Deutschland setzt viel aufs Spiel

Kriege und Krisen verschärfen die Mangelernährung weltweit. (Foto: picture alliance / Middle East Images)

Im Bundeshaushalt werden die Ausgaben für Entwicklungshilfe immer weiter reduziert. Gleichzeitig ist die Weltlage volatil wie lange nicht. Aus Sicht der Präsidentin von Brot für die Welt sind hungernde Kinder in der nächsten Krise vorprogrammiert.

Die Hilfsorganisation Brot für die Welt hat die Bundesregierung aufgefordert, Mittelkürzungen für die Entwicklungszusammenarbeit und damit auch zur Bekämpfung des Hungers zurückzunehmen. „Die Bundesregierung muss jetzt eine Kehrtwende vollziehen“, sagte die Präsidentin des Hilfswerks der evangelischen Kirchen, Dagmar Pruin. „Der richtige Weg in einer volatilen Weltlage ist nicht weniger Engagement, sondern mehr internationale Zusammenarbeit.“ Sonst drohe neuer Hunger in der Welt.

Pruin kritisierte, dass in den Bundeshaushalten von 2025 bis 2027 der Anteil der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit von 2,5 auf unter 2 Prozent zurückgegangen sei. Das sei ein schwerer Fehler. „Für 0,5 Prozent Ersparnis setzt Deutschland viel aufs Spiel. Der Hunger nach der nächsten Krise ist so vorprogrammiert und einkalkuliert. So drastisch es klingen mag: Unterernährung von Kindern auch.“ Pruin verwies darauf, dass nach Zahlen der UN-Welternährungsorganisation FAO weltweit rund 645 Millionen Menschen an Hunger leiden. Zwei Milliarden Menschen könnten sich nach Schätzungen keine gesunde Ernährung leisten. Rund ein Viertel der Weltbevölkerung sei mangelernährt.

Durch den Krieg im Iran und die Sperrung der Straße von Hormus könnten laut FAO etwa 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger betroffen werden. Die Blockade führe zu steigenden Düngerpreisen und Transportkosten und erhöhe mittel- bis langfristig das Hungerrisiko, sagte die Präsidentin von Brot für die Welt. Besonders gefährdet seien Länder in Afrika und Asien. „Im aktuellen Fall, dem Iran-Krieg, zeigt sich die Verwundbarkeit der Ernährungssysteme wie unter einem Brennglas an einer Meerenge von maximal 55 Kilometern Breite.“

Krisensicheres System nötig

Um den Hunger in der Welt einzudämmen, sei ein krisensicheres, nachhaltiges und faires Ernährungssystem notwendig – mit vielfältigen Anbauprodukten und -formen in kleinbäuerlicher Landwirtschaft statt großflächigen Monokulturen, sagte Pruin. „Wir wissen, dass lokal angepasste Anbau- und Ernährungsweisen unabhängiger machen, Armut reduzieren und die Auswirkungen von Krisen und Konflikten mit globalen wirtschaftlichen Folgen abmildern.“ Dieses Konzept der Agrarökologie sollte die Bundesregierung unterstützen.

Für die Arbeit von Brot für die Welt standen laut Pruin im vergangenen Jahr 341,7 Millionen Euro zur Verfügung. Damit habe das Hilfswerk 3000 Projekte weltweit unterstützt. 72,6 Millionen Euro stammten aus Spenden, der Rest seien kirchliche und staatliche Mittel gewesen. Von der Bundesregierung habe man zwar mehr Barmittel erhalten, die Verpflichtungsermächtigungen für die langfristige Arbeit seien aber stark gesunken.

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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