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Startseite»Nachrichten»140 Kniebeugen jeden Morgen: Nina Ruge tauschte TV gegen ein gesundes langes Leben
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140 Kniebeugen jeden Morgen: Nina Ruge tauschte TV gegen ein gesundes langes Leben

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 24, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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140 Kniebeugen jeden MorgenNina Ruge tauschte TV gegen ein gesundes langes Leben

Nina Ruge möchte „90 werden und dann ganz schnell sterben“. (Foto: IMAGO/Eventpress)

Viele kennen Nina Ruge noch als Gesicht der ZDF-Boulevardsendung „Leute heute“. Inzwischen beschäftigt sich die Moderatorin, die ihren 70. Geburtstag feiert, privat und beruflich mit einem ganz anderen Thema: gesund alt zu werden.

Ein japanisches Sprichwort bringt auf den Punkt, was Nina Ruge sich für ihre nächsten Lebensjahre vorgenommen hat: „Pin Pin Korori“. Übersetzt heißt das so viel wie: lange fit bleiben und dann schnell sterben. „Ich will gesund 90 werden und dann ganz schnell sterben“, erklärt die Moderatorin, die von 1997 bis 2007 durch die ZDF-Boulevardmagazins „Leute heute“ führte. Legendär wurde ihr Abschiedssatz „Alles wird gut“. Ein Motto, das auch sehr gut auf Ruges eigenes Leben passt. Mehrfach hat sie sich beruflich verändert, und auch nach ihrem Abschied bei „Leute heute“ wurde ihr nicht langweilig.

Healthy Longevity heißt das Feld, in das Ruge in den vergangenen Jahren tief eingestiegen ist. „Es geht um ein gesundes, langes Leben. In Deutschland sind Menschen im Durchschnitt die letzten elf Jahre ihres Lebens krank“, erklärte Ruge im Mai gegenüber der Zeitschrift „Freundin“. „In dieser Zeit hat eine 75-jährige Person oft vier verschiedene Erkrankungen gleichzeitig – typische Alterskrankheiten. Diese Jahre der Krankheit wollen wir vermeiden. Das ist Healthy Longevity.“

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Zehn Jahre moderierte Nina Ruge „Leute heute“. (Foto: imago/United Archives)

Ihre Tipps dafür: Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkasse nutzen und Blutzucker, Blutfettwerte und Blutdruck messen lassen. Danach kommen die schlechten Gewohnheiten an die Reihe. Ruges Rat fällt diesbezüglich unspektakulär aus: „Runter vom Sofa, mehr Bewegung, gemüsebasierte Ernährung und vor Mitternacht ins Bett.“ Als größte Longevity-Killer nennt sie zu wenig Tiefschlaf, Zucker und vor allem langes Sitzen. „Sitzen ist das neue Rauchen“, sagt Ruge. Sie selbst überwacht ihren Körper minutiös, misst Schlafqualität und Blutdruck, isst fast ausschließlich Gemüse und beginnt jeden Tag mit 140 Kniebeugen.

Ihr Wissen hat die gebürtige Münchnerin bereits in vielen Vorträgen und mehr als 20 Büchern weitergegeben – und auch mit nun 70 denkt sie noch lange nicht ans Aufhören. Sechs Tage vor ihrem Geburtstag erschien ihr neues Werk „Alles wird gut, aber nicht von allein!“. Zudem hat Ruge ihren eigenen Podcast „Stayoung“. Darin berichtet sie von den neuesten Erkenntnissen der Langlebigkeitsforschung.

Erst Studienrätin, dann Garderobiere

Dass Ruge einmal vor der Kamera landen würde, war lange nicht abzusehen. Sie studierte Germanistik und Biologie auf Lehramt und unterrichtete von 1980 bis 1987 an einem Wolfsburger Gymnasium. Dann gab sie die sichere Beamtenlaufbahn auf, ging nach Berlin und fing beim Film ganz unten an: als Garderobiere, später als Scriptgirl und Regieassistentin.

Über den Sender Freies Berlin und RIAS-TV kam sie zum ZDF, wo sie am 9. Oktober 1989 erstmals den Nachrichtenblock im „heute journal“ sprach. 1994 wurde sie erste Moderatorin der Nachrichtensendung „heute nacht“. Das prägende Format kam 1997. Werktags ab 17.45 Uhr führte Ruge fortan durch „Leute heute“ und wurde zum Gesicht des Promi-Magazins. Bis zum 3. Februar 2007 blieb sie der Sendung treu, dann übernahm Karen Webb. Diese moderierte das Boulevardmagazin bis zur Einstellung am 29. September 2023.

Verschwunden ist Ruge danach nicht vom Bildschirm. Sie vertrat Johannes B. Kerner mit einer eigenen Talkshow, moderierte auf Phoenix und im Bayerischen Fernsehen und ist seit 1994 für UNICEF im Einsatz, seit 2012 als offizielle Botschafterin der Organisation in Deutschland. 2013 bekam sie das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Kinder waren „kein Thema“

Ihr gesundes Leben lebt Ruge inzwischen vor allem an ihrem Hauptwohnsitz in der Schweiz sowie auf einem Weingut in Italien. Gemeinsam mit ihrem dritten Ehemann, dem Manager Wolfgang Reitzle, besitzt sie seit 2001 die Villa Santo Stefano nördlich von Lucca, auf dem sie Wein und Öl produzieren. „Für meinen Mann und mich war es schon immer ein Sehnsuchtsort“, schwärmte Ruge 2022 gegenüber dem Magazin „Gala“. Ihr Lieblingsplatz dort sei ein Lotusteich. „Der ist magisch.“

Eigene Kinder hat Nina Ruge nicht. Im „Bunte“-Interview sagte sie dazu einmal: „Mir waren so viele Dinge wichtig, und es gab zu der Zeit, in der ich mich immer wieder neu erfand, nicht die Möglichkeiten der Kinderbetreuung.“ Kinder seien deshalb „kein Thema“ für sie gewesen, diesen Preis habe sie bezahlt. Als sie dann ihren dritten Ehemann mit über 40 kennenlernte, sei es zu spät gewesen, offenbarte sie gegenüber „Gala“. Familienanschluss findet sie aber über die beiden Töchter ihres Mannes aus dessen erster Ehe.

So gelassen und mit sich im Reinen Nina Ruge wirkt, eines kann sie doch aus der Ruhe bringen: „Wenn ich jemandem ausgeliefert bin, der dummdreist und plump ist, aber am längeren Hebel sitzt, ist Schluss damit, das Leben zu feiern.“

Quelle: ntv.de, csp/spot

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