Rund um das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl brennt seit mehreren Tagen der Wald. Ukrainischen Angaben zufolge waren russische Drohnen der Auslöser. Radioaktive Gefahr drohe aktuell nicht.
Hunderte Feuerwehrleute kämpfen aktuell gegen einen Waldbrand in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine.
Nach ukrainischen Angaben war das Feuer am Donnerstag durch zwei russische Drohnen ausgelöst worden. Inzwischen hat es mehr als 1.200 Hektar erfasst, wie die Behörden mitteilten.
Insgesamt seien mehr als 370 Personen an den Löscharbeiten beteiligt, die durch Trockenheit, starken Wind sowie die Gefahr durch russische Minen auf dem Gelände erschwert würden. Die Lage sei allerdings unter Kontrolle, teilte der Zivilschutz mit. Die Agentur Ukrinform berichtete unterdessen, dass von dem Brand keine radioaktive Gefahr ausgehe.
40 Jahre nach Atom-Katastrophe
Das Gebiet ist seit 1986 Sperrzone, als in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle geraten war. Es kam zu einer Überhitzung des Reaktorkerns. Der Reaktor explodierte, der Anlagenblock wurde nahezu vollständig zerstört und erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt. Radioaktive Wolken breiteten sich bis nach Nord- und Westeuropa aus.
Risikoraum durch Angriffskrieg
Seit mittlerweile mehr als vier Jahren führt Russland zudem einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Seitdem ist zur Gefahr durch Strahlung noch eine zusätzliche gekommen: Die Sperrzone von Tschernobyl ist Einflugschneise für russische Angriffsdrohnen und Raketen. Da das Gebiet unmittelbar an Belarus grenzt, sind die Vorwarnzeiten besonders kurz. Die Ukraine hatte Russland in den vergangenen Jahren immer wieder Angriffe auf die Atomanlage vorgeworfen.
Seit Samstag gilt zwar offiziell eine dreitägige Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine, dennoch melden beide Seiten weiter Drohnenangriffe.
