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Startseite»Politik»„Hondius“ weckt auf Teneriffa Erinnerungen an Corona-Pandemie
Politik

„Hondius“ weckt auf Teneriffa Erinnerungen an Corona-Pandemie

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 10.05.2026 • 11:02 Uhr

Die Menschen auf Teneriffa blicken mit gemischten Gefühlen auf die „Hondius“ im Hafen von Granadilla. Da ist der Wunsch, zu helfen, aber auch die Angst, dass das Hantavirus mit von Bord geht und Ähnliches droht wie zu Corona-Zeiten.

Franka Welz

Sie hätten hier nicht gerne Probleme, sagt Augustín Rodriguez, Besitzer eines rustikalen Hotels auf Teneriffa – in dem Örtchen San Miguel de Abona, abseits der großen Bettenburgen. „Die ersten Erfahrungen mit Covid haben wir hier gemacht, auf den Kanaren. Das erste abgeriegelte Hotel mit tausend Menschen, das war bei Playa de las Americas. Das war keine angenehme Situation“, erinnert sich Rodriguez. Er betont: „Wir leben hier vom Tourismus und wenn es wieder so ein Problem gibt, kommt uns das sehr ungelegen.“

Etwa auf halber Strecke zwischen San Miguel de Abona und dem Hafen von Granadilla liegt San Isidro. Ursprünglich mal eine reine Schlafstadt für Beschäftigte in der Tourismusindustrie, heute eine lebendige Kleinstadt mit etwa 28.000 Einwohnern. Hier gehen die Meinungen auseinander. Adrian Jiménez Mendoza sagt, man müsse den Menschen an Bord der „Hondius“ helfen. Es seien schließlich Menschen, mahnt er, fügt aber auch hinzu:

Ehrlich gesagt, gibt es viele Leute – vor allem in den sozialen Netzwerken – die dagegen sind. Insbesondere angesichts dessen, was mit dem Coronavirus passiert ist. Sehen Sie, die Menschen haben große Angst, und das verstehe ich natürlich, aber in erster Linie sind es Menschen, und wir sollten ihnen helfen, wo immer es geht.

Erinnerungen an die Corona-Pandemie

Trini Rocha García spricht aus, was viele hier umtreibt: „Was wir denken? Du kannst dir ja vorstellen, wie es hier aussieht. Noch eine, noch eine Pandemie.“ Und mit Blick auf die Behörden: „Das sind Schurken. Bei der anderen haben sie auch gesagt, dass es keine Pandemie werden kann. Und schau mal, was das angerichtet hat. Ich bin wirklich empört. Nicht, weil die Passagiere kein Recht auf Hilfe und Betreuung hätten – natürlich, denn wir sind alle Menschen.“

Einige Meter weiter steht Alex Méndez hinter dem Tresen seiner kubanischen Konditorei. Er sagt, er versuche, seine Kundschaft aufzuklären. „Wir versuchen, unseren Kindern die richtigen Werte zu vermitteln. Wir sprechen hier von Menschen, die etwas durchgemacht haben“, so Méndez. Doch das Thema werde stark politisiert. „Politik ist überall, sie ist Teil unseres Alltags, verstehst du? Aber wir sind in erster Linie Menschen. Und wenn es darum geht, Hilfe zu leisten, egal wem, und wir die Mittel dazu haben, müssen wir das tun. Morgen könntest du es sein oder dein Kind, das auf diesem Schiff ankommt“, betont der Konditorei-Betreiber.

WHO und Regierung versuchen, zu beruhigen

Im Hafen selbst spricht am späten Samstagabend unter anderem der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedos Adhanom Ghebreyesus vor Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt. Das Hantavirus sei nicht mit dem Coronavirus zu vergleichen. Und: Solidarität sei der beste Schutz.

Nur wenn wir uns gegenseitig unterstützen, können wir wirksamer auf Viren oder Ausbrüche wie diesen reagieren. Und es ist auch eine moralische Pflicht. Das zeigen Spanien – und auch die Menschen auf Teneriffa, denn besonders in diesen schwierigen Zeiten in unserer Welt – ihr wisst ja, wie sie sich zum Negativen verändert – sind Güte und Solidarität so wichtig.

Ebenfalls gekommen sind gleich drei spanische Regierungsvertreterinnen und -vertreter: Gesundheitsministerin Monica Garcia, Innenminister Fernando Grande-Marlaska sowie der für die Koordination mit den autonomen Regionen Spaniens zuständige Minister Ángel Victor Torres. Ihre Botschaft: Sorgt Euch nicht. Wir stehen vor einer Herausforderung, aber wir sind gut vorbereitet.

Der Regionalpräsident der Kanaren, Fernando Clavijo, erklärte am Samstag jedoch, seine Regierung werde nicht genehmigen, dass die „Hondius“ im Hafenbecken von Granadilla vor Anker gehe. „Wenn die Regierung es durchsetzen will, dann soll sie es durchsetzen. Aber dieses Schiff wird in diesem Hafen weder mit der Zustimmung noch mit der Genehmigung der Regierung der Kanarischen Inseln vor Anker gehen“, betonte Clavijo. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat allerdings die Generaldirektorin der spanischen Handelsmarine. Und Clavijos Worte waren noch nicht verklungen, da unterzeichnete sie schon einen Verwaltungsbeschluss, der das kanarische Nein de facto aufgehoben hat, sodass die „Hondius“ doch in Granadilla vor Anker gehen konnte.

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Dr. Heinrich Krämer
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