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Startseite»Nachrichten»Studie zu Impf-Mythos: Schadet Aluminium in Impfstoffen der Gesundheit?
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Studie zu Impf-Mythos: Schadet Aluminium in Impfstoffen der Gesundheit?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Studie zu Impf-Mythos Schadet Aluminium in Impfstoffen der Gesundheit?

Vor allem in Totimpfstoffen kommt Aluminium vor. Das hat einen bestimmten Grund. (Foto: picture alliance/dpa)

Aluminiumhaltige Impfstoffe stehen immer wieder in der Kritik. Ein kanadisches Forschungsteam ist nun der Frage nachgegangen, wie gefährlich das Leichtmetall in Spritzen tatsächlich ist – und kommt zu einem klaren Ergebnis.

Kaum ein Impfstoff-Thema sorgt so verlässlich für Debatten wie dieses: Aluminium. Für Skeptiker klingt der Stoff im Beipackzettel sofort verdächtig, für Fachleute ist er vor allem ein bewährter Wirkverstärker. Doch wie gefährlich ist Aluminium in Impfungen tatsächlich? Eine neue große Übersichtsstudie im Fachjournal „The BMJ“ ist dieser Frage nachgegangen und kommt zu einer klaren Antwort: Es gibt keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen aluminiumhaltigen Impfstoffen und schweren oder langfristigen Gesundheitsproblemen.

Warum steckt Aluminium überhaupt in manchen Impfstoffen? Aluminiumverbindungen dienen als sogenannte Wirkverstärker. Sie helfen dem Immunsystem, auf bestimmte Impfstoffe kräftiger zu reagieren. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erklärt das so: Viele Totimpfstoffe enthielten nur abgetötete Erreger oder Teile davon, „die das Immunsystem ohne Wirkverstärker nicht ausreichend stimulieren“. Das Bundesinstitut betont zugleich, dass der Gehalt an Aluminiumverbindungen in allen in Deutschland und Europa zugelassenen Impfstoffen „deutlich unter dem erlaubten Grenzwert“ liege.

Keine langfristigen Folgen

Für die neue Analyse wertete das kanadische Forschungsteam 59 Studien aus, darunter randomisiert-kontrollierte Studien, Kohortenstudien und Fallserien. Im Mittelpunkt standen mögliche Zusammenhänge mit Erkrankungen wie Autismus, Asthma, Typ-1-Diabetes, Muskelschmerzen oder lokalen Reaktionen an der Einstichstelle. Das Ergebnis fiel bei den qualitativ besseren Studien bemerkenswert klar aus: Für Autismus, Typ-1-Diabetes, Asthma und andere schwere oder chronische Gesundheitsprobleme zeigte sich kein Zusammenhang.

„Die derzeitige Evidenz stützt keine ursächlichen Zusammenhänge zwischen aluminiumhaltigen Impfstoffen und schweren oder langfristigen Gesundheitsfolgen“, schreiben die Studienautorinnen und -autoren. „Diese Ergebnisse stimmen mit der breiteren Sicherheitslage nach der Zulassung überein und stützen den weiteren Einsatz aluminiumhaltiger Impfstoffe in Impfprogrammen.“

Ganz ohne jede Reaktion sind solche Impfstoffe damit aber nicht. Am ehesten dokumentiert waren laut Forschenden anhaltende Knötchen oder Granulome an der Einstichstelle. Diese Reaktionen waren aber selten, lokal begrenzt und klangen in der Regel wieder ab. Auch bei häufigen Beschwerden wie Kopf- oder Muskelschmerzen zeigte sich kein konsistenter Risikoanstieg.

Reizwort „Aluminium“

Für Deutschland passt das gut zu der Linie der Behörden. Das Paul-Ehrlich-Institut weist darauf hin, dass Menschen Aluminium ohnehin täglich über Luft, Trinkwasser und Nahrung aufnehmen. Die zusätzliche Aufnahme über Impfungen sei „im Vergleich dazu minimal“. Auch deshalb sehen Fachbehörden den Einsatz solcher Wirkverstärker seit Langem als vertretbar an, solange das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Impfstoffs positiv ist.

Warum hält sich die Sorge trotzdem so hartnäckig? Das liegt in erster Linie an der Wahrnehmung des Stoffs selbst. „Aluminium“ klingt für viele zunächst nach einem Fremdstoff, der im Körper nichts zu suchen hat. Gleichzeitig werden Impfstoffe in der öffentlichen Debatte oft stark auf einzelne Inhaltsstoffe verkürzt.

Hinzu kommt: Die Debatte wurde über Jahre auch von Fallberichten, Verdachtsmomenten und methodisch schwächeren Studien geprägt, wie die Forschenden selbst schreiben. Solche Hinweise sorgen demnach schnell für Aufmerksamkeit, erlauben aber oft keine belastbaren Aussagen über Ursache und Wirkung. Im Gegensatz dazu zeigen große randomisierte Studien kein erhöhtes Risiko für schwere oder langfristige Gesundheitsprobleme.

Quelle: ntv.de, hny

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