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Nacktheit, Folter, Verstümmelung: Bericht deckt systematische sexualisierte Gewalt gegen Hamas-Geiseln auf

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Nacktheit, Folter, VerstümmelungBericht deckt systematische sexualisierte Gewalt gegen Hamas-Geiseln auf

Kämpfer des Islamischen Dschihad schlachten die Übergabe einiger Geiseln Anfang 2025 propagandistisch aus. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Entführung durch die Terrororganisation Hamas ist für rund 250 Geiseln ohnehin ein Martyrium. Ein Bericht macht nun aber deutlich, dass die Menschen in Gefangenschaft weit Schlimmerem ausgesetzt waren. Beweise legten nahe, dass es zu systematischen sexualisierten Übergriffen kam.

Bei dem Hamas-Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 sowie während der Geiselhaft zahlreicher Entführter ist es laut einer Untersuchung zu dem systematischen Einsatz sexualisierter Gewalt gekommen. Eine Zivilkommission in Israel veröffentlichte nach einer mehr als zweijährigen Untersuchung ihre Schlussfolgerungen.

In dem Bericht ist die Rede von „Vergewaltigung und Gruppenvergewaltigung, sexueller Folter und Verstümmelung, erzwungener Nacktheit, Hinrichtungen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt, sexualisierten Übergriffen an Leichen sowie sexualisierten Angriffen in Anwesenheit von Familienangehörigen“.

Der rund 300 Seiten lange Bericht stützt sich nach Angaben der Kommission auf umfangreiche Zeugenaussagen, visuelle Dokumentationen und forensische Beweise. Es seien dabei „13 wiederkehrende Muster von Missbrauch an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Phasen der Angriffe“ identifiziert worden. Dazu gehörten auch „anhaltende sexualisierte Gewalt in der Geiselhaft sowie die gezielte digitale Verbreitung der Gewalt, um Terror und Demütigung zu verstärken“. Die Ergebnisse zeigten, dass es sich bei diesen Verbrechen nicht um Einzelfälle handelte, sondern um ein „weit verbreitetes und systematisches Muster der Gewalt“.

1200 Menschen sterben am 7. Oktober

Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas einen beispiellosen Terrorangriff auf Israel, bei dem rund 1200 Menschen in Grenzgemeinden und auf einem Musikfestival getötet und mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt wurden. Israel reagierte darauf mit einer militärischen Offensive im Gazastreifen, die zu einem langanhaltenden Krieg führte und eine schwere humanitäre Krise auslöste.

Wegen des harten Vorgehens im Gaza-Krieg, bei dem Zehntausende Menschen getötet wurden, wurden Israel immer wieder Kriegsverbrechen, teilweise auch Genozid vorgeworfen. Die israelische Regierung weist diesen Vorwurf strikt zurück. Ein Teil der Geiseln wurde von der israelischen Armee befreit, andere im Tausch gegen palästinensische Häftlinge freigelassen. Außerdem wurden auch sterbliche Überreste übergeben.

Vergewaltigung und Mord an Festivalbesuchern

Überlebende des Nova-Musikfestivals berichteten etwa, sie seien Zeugen von Vergewaltigungen mit anschließendem Mord des Opfers geworden. Israelische Geiseln erzählten nach der Freilassung von sexuellen Übergriffen während ihrer Geiselhaft im Gazastreifen. Eine Helferin in einer Leichenhalle berichtete, Opfer des 7. Oktobers hätten im Gesicht und an den Genitalien Verstümmelungen aufgewiesen.

„Zwei Jahre lang haben wir Überlebende und Zeugen angehört, die Beweise sorgfältig ausgewertet und uns mit Material auseinandergesetzt, das oft kaum zu begreifen ist“, sagte die Juristin Cochav Elkajam Levy, Gründerin der Zivilkommission. Die Beweise seien in einem „Archiv für Kriegsverbrechen“ gesichert worden, um sicherzustellen, „dass ihre Stimmen gehört werden und die Welt erfährt, was geschehen ist“, erklärte sie. „Wir können zukünftige Gräueltaten nicht verhindern, wenn wir sie ignorieren, leugnen, infrage stellen oder wegsehen.“ Die Hamas selbst hatte sexualisierte Gewalt am 7. Oktober dementiert.

Der Bericht liefere einen detaillierten Fahrplan für die Strafverfolgung, hieß es in der Mitteilung der Kommission. Die Kommissionsleiterin und Rechtsanwältin Merav Israeli-Amarant betonte, bei der Dokumentation habe man die Beweise jeweils streng überprüft und abgeglichen. Diese basierten unter anderem auf hunderten Interviews, Fotos, Videos, Ortsbesuchen, forensischen Einschätzungen und Geolokalisierung. Ziel sei stets gewesen, „die Wahrheit mit Präzision, Unabhängigkeit und Integrität festzustellen und gleichzeitig die Würde, Privatsphäre und Sicherheit der Überlebenden, Opfer und ihrer Familien zu schützen“.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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