Im Libanon gehen die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz weiter. Das Militär forderte Bewohner mehrerer Orte zur Evakuierung auf. Parallel sollen heute direkte Gespräche zwischen Israel und Libanon stattfinden.
Bei den jüngsten israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut 22 Menschen getötet worden. Unter den Toten infolge der Angriffe von Mittwoch seien acht Kinder, teilte das Ministerium mit. Zuvor war von zwölf Toten die Rede gewesen. Die amtliche Nachrichtenagentur NNA meldete, die israelische Armee habe etwa 40 Ziele im Süden und Osten angegriffen.
Das israelische Militär erließ unterdessen neue Evakuierungsaufrufe. Es forderte die Bewohner von acht Städten und Dörfern im Süden des Landes sowie in der Bekaa-Ebene dazu auf, ihre Wohnorte zu verlassen. Oft folgen auf solche Aufrufe Angriffe, mit denen das Militär nach eigenen Angaben die proiranische Hisbollah-Miliz ins Visier nimmt. Die Hisbollah reklamierte am Morgen wiederum erneut Angriffe auf israelische Stellungen im Südlibanon für sich.
Hisbollah lehnt Gespräche ab
Ungeachtet einer seit Mitte April geltenden Feuerpause greifen sich Israel und Hisbollah weiter gegenseitig an. Die Hisbollah hatte Anfang März Israel attackiert und den Libanon so in den Krieg mit hineingezogen. Israel reagierte seither mit heftigen Gegenschlägen.
Parallel dazu laufen erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensverhandlungen zwischen dem Libanon und Israel. Vertreter beider Länder kommen heute erneut für Gespräche in Washington zusammen. Der Libanon ist in dem aktuellen Konflikt keine aktive Kriegspartei. Bei den Gesprächen will Beirut vor allem einen dauerhaften Waffenstilstand erzielen. Israel will eine Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen und strebt einen Friedensprozess an.
Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel Israels Vernichtung ist, lehnt die direkten Gespräche zwischen den Nachbarländern ab.
