Mit Verweis auf eine schwere Erkrankung ihres Mannes zieht sich US-Geheimdienstkoordinatorin Gabbard von ihrem Amt zurück. Berichte legen auch Differenzen mit Präsident Trump nahe.
US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat ihren Rücktritt angekündigt. Als Grund gab sie eine schwere Krebserkrankung ihres Ehemanns an. „Ich muss mich aus dem öffentlichen Dienst zurückziehen, um an seiner Seite zu sein und ihn in diesem Kampf voll und ganz zu unterstützen“, erklärte Gabbard. Sie wolle ihr Amt zum 30. Juni aufgeben.
Medien berichteten jedoch auch, dass es womöglich zum Bruch mit Präsident Donald Trump kam und dass Gabbard zum Rückzug gedrängt worden sei.
Offenbar Differenzen um Iran-Krieg
In der Vergangenheit hatten sich zwischen ihr und Trump unterschiedliche Auffassungen zum Iran-Krieg angedeutet. So erklärte Trump etwa, dass sie im Vergleich zu ihm eine weichere Haltung bei der Eindämmung des iranischen Atom-Programms vertrete. Bei einer Anhörung im Kongress im März fielen Gabbards vorsichtige Äußerungen auf, in denen sie Trumps Entscheidung für den Angriff nicht ausdrücklich unterstützte. Früher war sie als entschiedene Gegnerin von Auslandseinsätzen des Militärs aufgetreten.
Dennoch lobte Trump Gabbard nach der Verkündung ihres Abschieds. „Tulsi hat unglaubliche Arbeit geleistet, und wir werden sie vermissen“, erklärte er auf seiner Plattform Truth Social. Ihr Amt soll nun der stellvertretende Geheimdienstkoordinator Aaron Lukas kommissarisch übernehmen.
Bereits mehrere Entlassungen
Im März war Heimatschutzministerin Kristi Noem abberufen worden. Sie war in Folge der Tötung zweier US-Bürger durch Bundeseinsatzkräfte in Minneapolis unter Druck geraten. Im April hatte Trump außerdem die Entlassung seiner Justizministerin Pam Bondi bekanntgegeben. Er soll vor allem über ihren Umgang mit dem Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein frustriert gewesen sein.
Wegen unterschiedlicher Auffassungen zum Iran-Krieg hatte im März bereits Joe Kent, Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, seinen Rücktritt angekündigt. Er könne den Krieg „nicht guten Gewissens“ unterstützen, erklärte Kent.
