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Startseite»Nachrichten»„Wie eine alte Diesel-Lok“: Motorradhersteller KTM in neuen Abgasskandal verwickelt?
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„Wie eine alte Diesel-Lok“: Motorradhersteller KTM in neuen Abgasskandal verwickelt?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 27, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Wie eine alte Diesel-Lok“Motorradhersteller KTM in neuen Abgasskandal verwickelt?

Auf der Straße eigentlich verboten: Die Motorräder sollen dem Bericht zufolge entdrosselt angeboten und verkauft werden. (Foto: picture alliance / DPPI media)

50 statt 15 PS? Einem Bericht zufolge soll der österreichische Motorradhersteller KTM illegal Tausende Maschinen auf die Straße bringen. Die Offroad-Bikes werden demnach offenbar entdrosselt und dennoch mit Straßenzulassung verkauft. So stoßen sie viel mehr Abgase und Lärm aus als erlaubt.

Autorisierte Händler des Motorradherstellers KTM sollen illegal Offroad-Motorräder mit falschen Straßenzulassungen verkaufen. Das ergaben einem Bericht zufolge verdeckte Besuche bei Anbietern in Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern. Das Unternehmen mit Sitz in Österreich bestreitet die Vorwürfe.

Die Motorräder, die für eine Zulassung im Straßenverkehr vom Hersteller gedrosselt werden, sollen demnach von den Händlern illegal umgebaut und so in Umlauf gebracht worden sein – mit falschen und damit ungültigen Zulassungspapieren. Die Geländemaschinen stoßen deshalb deutlich mehr Abgase und Lärm aus als vorgeschrieben. So umgehen die Händler laut Bericht systematisch europäische Abgas- und Lärmvorschriften.

„Beim giftigen Kohlenmonoxid war es so, dass die Messwerte für diese entdrosselte Variante ungefähr so hoch sind wie bei einer alten Diesel-Lokomotive“, sagt Peter Mock vom The International Council on Clean Transportation (ICCT) – der Umweltverband, der vor einem Jahrzehnt den VW-Abgasskandal aufgedeckt hatte. Die Vorgänge bei den Händlern des Motorradherstellers seien „grob rechtswidrig und illegal“, sagt der Umweltanwalt Prof. Dr. Remo Klinger, der beim großen Dieselskandal erfolgreich für die Deutsche Umwelthilfe geklagt hat: „Das ist klare illegale Manipulation.“

Partikel sollen Messgeräte verstopft haben

Die betroffenen Motorräder waren Untersuchungen des ICCT zufolge drei Mal so schnell und doppelt so laut wie erlaubt. Zudem stieß das Modell besonders viele gesundheitsschädliche Partikel aus. So viele Partikel, dass die Messgeräte verstopften, wird Mock in einem Bericht des ZDF zitiert.

Hersteller KTM weist die Vorwürfe dem Bericht zufolge zurück. Man liefere sämtliche Modelle in „straßenzulassungsfähigem Zustand“ an seine autorisierten Fachhändler aus, antwortet das Unternehmen auf Anfrage des „Spiegels„, der neben dem ZDF, Le Monde und weiteren Medien an der Recherche beteiligt ist. Nur auf „ausdrücklichen Wunsch“ von Kunden komme es zu „nachträglichen Anpassungen an den Fahrzeugen für den Einsatz im Wettbewerb“.

Hersteller weist Vorwürfe zurück

Der Darstellung des Unternehmens widerspricht, dass die Maschinen bei den verdeckten Besuchen bei den Händlern meist bereits entdrosselt in den Verkaufsräumen gestanden haben sollen – bevor Kunden Wünsche zu einem möglichen Umbau überhaupt äußern können.

Die EU-Kommission zeigt sich auf Nachfrage alarmiert. „Jegliche Änderungen an typgenehmigten Fahrzeugen führen dazu, dass die Fahrzeuge nicht mehr den Vorschriften entsprechen“, wird die EU-Kommission in den Berichten zitiert. Der Hersteller sei verpflichtet, „die erforderlichen Korrekturmaßnahmen zu ergreifen“.

Bei den Enduros müsse die Marktüberwachungsbehörde einschreiten, fordert Umweltanwalt Klinger im ZDF-Bericht. Wie bereits beim Dieselskandal beim Wolfsburger Autohersteller VW ist auch bei den Motorrädern das Kraftfahrtbundesamt (KBA) zuständig. „Das KBA geht Ihren Hinweisen aktiv nach“, erklärt die Behörde aus Flensburg auf ZDF-Anfrage.

Quelle: ntv.de

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